Platz 4: Lars Konersmann, SoWaDis (Solar Water Disinfection)

 

 

Sowadis (Solar Water Disinfection) ist ein autarkes und robustes solarthermisches System zur Desinfektion von Trinkwasser. Das Konzept zur Implementierung und Verbreitung der Technologie nutzt lokale Marktmechanismen, bei welchen auch die Ärmsten eine Chance zur Teilnahme haben. Das im Rahmen eines Forschungsprojektes entwickelte System zeichnet sich dadurch aus, dass es einzig Solarenergie für den Betrieb benötigt.

Zudem ist der Aufwand für Betrieb und Unterhalt äusserst niedrig. Zu Anschaffungskosten von CHF 500 liefert das System bis zu 500 Liter Trinkwasser pro Tag. Erste Erfahrungen aus dem Einsatz in Tansania, Bangladesch und Mozambique bestätigen die Funktion und die soziale Akzeptanz der Methode. Sowadis kann somit einen wichtigen Beitrag im Bereich der Trinkwasseraufbereitung in Entwicklungsländern leisten.

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Funktionsweise:

Das entwickelte System weist einige Vorteile gegenüber herkömmlichen Wasseraufbereitungsmethoden auf: Es ist kosteneffizient, benötigt sehr wenig Unterhalt, Installation und Betrieb der Anlage sind äusserst simpel und die Funktionsweise basiert auf dem Prinzip der thermischen Desinfektion, welche als äusserst sicher gilt. Zudem wird das Funktionsprinzip von den Benutzern in Entwicklungsländern einfach verstanden, da es ähnlich wie Wasser abkochen funktioniert. Das folgende Schema illustriert die Funktionsweise von SoWaDis:

 

    

(Klicken Sie auf das Schema für eine grosse Darstellung) 


Mit einer täglichen Produktionsmenge von 500 Litern ist das System zwischen der Haushalts- und der Kommunalebene anzusiedeln. Das System kann somit von einem einzelnen lokalen „Mikro-Entrepreneur“ betrieben werden, der das produzierte Wasser in seiner näheren Umgebung verkauft oder verteilt (Stichwort Wasserkiosk). Schulen, Spitäler, Baustellen oder Markplätze sind ebenfalls geeignete Standorte für den Betrieb eines Sowadis-Systems. 

 

Zielsetzungen von SoWaDis:

Mit einer nachhaltigen und angemessenen Technologie einen fairen Zugang zu sauberem Trinkwasser in Schwellen- und Entwicklungsländern schaffen. Bis Ende 2010 sollen mehr als 10‘000 Leute mit sicherem Trinkwasser versorgt werden.

 

Bisherige Umsetzung:

Die Implementation eines langzeitgetesteten Prototyps wurde 2009 initiiert. Mittlerweile sind mehrere Pilotanlagen in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka und im ländlichen Norden von Mozambique in Betrieb. Per Anfang 2010 wird auch ein College in Tansania mit 1000 Studenten mit dem Sowadis-System versorgt. Es werden lokale Installationsteams geschult, um die Anlagen im Feld zu installieren und zu warten. Betrieben werden die Anlagen von lokalen Mikro-Entrepreneurs.

Das Forschungs-Projekt wurde von Frau Antoinette Hunziker-Ebneter unterstützt, CEO and und Gründungspartnerin von Forma Futura Invest AG (www.formafutura.ch).

 

Über Lars Konersmann:


Lars Konersmann wurde 1976 geboren und lebt in Zürich. 2003 schloss er seinen Master in Environmental Sciences (mit Spezialisierung in Physik) an der ETH Zürich ab.

 

Nach dem Studium arbeitete er für das Bundesamt für Energie und bei zwei Unternehmen aus dem Energiebereich, bevor er 2006 beim Schweizer Institut für Solar Technologien SPF als Projektleiter für die Produktentwicklung von solaren Wasseraufbereitungs-Technologien einsteigen konnte.