Résultats des ateliers
20 passionnants ateliers ont été organisés dans le cadre du Congrès NATURE 2012
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Die Workshops wurden in drei Kategorien eingeteilt, die ihren Charakter kennzeichneten:
Les ateliers sont répartis en trois catégories. Celles-ci indiquent le type d’atelier proposé:
Cercle de travail : élaboration commune de possibilités d’actions
Cercle de discussion : débats et discussions
Cercle d’information : présentation détaillée avec questions
Ateliers en allemend
D01 - Landschaftsdienstleistungen: Ein Konzept für die Praxis?
Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL)
Présentation: Stefan von Grünigen, econcept Zürich; Anna Hersperger, WSL; Felix Kienast, WSL; Andreas von der Dunk, WSL
Modération: Tobias Buser, Manuela Di Giulio
Das Konzept Landschaftsdienstleistungen wird in der Forschung immer wichtiger und überzeugt mit einem fachübergreifenden Ansatz. Im Workshop wurde das Konzept, zusammen mit Fallbeispielen aus dem Ausland, vorgestellt. Wir diskutierten, ob und wie das Konzept in der Schweiz angewendet und für die Praxis weiterentwickelt werden kann.
Groupe cible: Fachleute aus Raumplanung, Ressourcenmanagement; Bundesämter, kantonale Ämter, Planungs- und Beratungsbüros
Praesentation_D1_Inventar_und_Indikatoren_Von_Gruenigen.pdf (pdf, 873.9 KB)
Praesentation_D1_Konflikte_vonderdDunk.pdf (pdf, 1.1 MB)
Praesentation_D1_Konzept_und_Beispiel_Kienast.pdf (pdf, 3.3 MB)
Praesentation_D1_Tool_zum_Bewerten_Hersperger.pdf (pdf, 1.7 MB)
D02 - Landschaft lesen – Wahrnehmung und Darstellung von Landschaft im Wandel
ETH Zürich, Bund Schweizer Landschaftsarchitekten und -architektinnen (BSLA FSAP)
Présentation: Dr. Annemarie Bucher, IG Landschaftstheorie; Dr. Sabine Wolf, IG Landschaftstheorie
Modération: Dr. Annemarie Bucher, IG Landschaftstheorie; Dr. Sabine Wolf, IG Landschaftstheorie
TeilnehmerInnen: 25
Der Workshop hat sich zum Ziel gesetzt, das gegenwärtige Verständnis von Landschaft zu diskutieren und die verschiedenen Vorstellungen von Landschaft nicht als Konfliktfeld sondern als Argumentarium aufzubauen. Landschaft muss hierbei in seinen drei Dimensionen berücksichtigt werden: als Gegenstand (materielles Objekt und physischer Raum), als Bild oder mediale Repräsentation sowie als abstrakte Vorstellung und Imagination. In diesen drei Ebenen manifestieren sich die kulturelle Konstruktion und die damit verbundenen Wertungen.
Der Workshop umfasste drei Teile:
I: Gegenstandsbestimmung & Diskussion: Was ist Landschaft?
II: Methoden & Diskussion: Lektüre, Interpretation, Analyse
III: Beispiele & Schlussdiskussion.
In der Vorstellungsrunde aller TeilnehmerInnen zeigte sich eine grosse Vielfalt von Landschaftsverständnissen und Landschaftsbezügen. Landschaft wurde als Heimat, als Natur, als Schatztruhe, als Sackgasse, als Nicht-Bauzone, als Gestaltungsraum, als Lebensraum, als Wildnis, als Gegenstand der Wahrnehmung u.a.m. beschrieben. Dass sich hieraus keine allgemeingültige Definition ableiten lässt, wurde rasch deutlich. Ebenso zeigte sich eine Kluft zwischen Fachleuten und Laien oder Nutzern.
Im ersten Input wurde die Bandbreite der Zugänge zur Landschaft aus den unterschiedlichen Perspektiven von Theorie und Praxis skizziert, wobei festzustellen war, dass die Theorien oft kaum mit der realen Praxis korrespondieren, und dass vielmehr disziplinäre Erfahrungshintergründe zum Tragen kommen. In der Diskussion bestätigten die Teilnehmerinnen diese Einschätzung. Es wurde auch festgestellt, dass die Definition von Landschaft der Europäischen Landschaftskonvention in der Praxis nicht unmittelbar anwendbar ist, da auch sie nur einen Rahmen vorgibt, dessen Ausgestaltung aber dem Einzelnen bzw. den Fachdisziplinen überlassen ist. Hier wurden klarere Vorgaben von Politik und Praxis gefordert.
Der zweite Input stand unter dem Motto «Landschaft lesen»: Aus der Perspektive der Theorie von Geistes- und Sozialwissenschaft wird Landschaft nicht vermessen und analysiert, sondern vielmehr interpretiert und ausgelegt. Das Lesen von Landschaft als Text und als Spur im Sinne eines semiotischen oder hermeneutischen Prozesses bietet neue Möglichkeiten, ihre Komplexität zu entschlüsseln. Demgegenüber wurden Methoden und Instrumente der Planung besprochen. Die Diskussion zeigte, dass in der Praxis meist ein Methoden- und Instrumentenmix am weitesten führt. Vermisst wurden landschaftliche Lesekompetenzen der Bevölkerung; die hohe Bedeutung von Umweltbildung wurde mehrfach herausgestellt. Dabei sei es auch wichtig, die Bevölkerung in eine Mitverantwortung zu nehmen und für ihre Landschaften zu sensibilisieren; bei der Methodenwahl müsse man erfinderisch sein. Dass dies eine künftige Aufgabe auch für Lehre und Ausbildung sei, stand ausser Frage.
In der abschliessenden Diskussion wurden zwei Beispiele mit unterschiedlichen Massstäben und Lektürequalitäten vorgestellt: das Aire Projekt in Genf (Groupement Superposition) und der Temporäre Garten Kalkbreite in Zürich (Gemeinschaftsprojekt). Das besondere beider Projekte, das zeigte auch die angeregte Diskussion, ist zugleich der generalistische Schlüssel zur Landschaft: interdisziplinäres Arbeiten und der Einbezug der Bevölkerung bei der Entwicklung und Realisierung von Projekten.
Groupe cible: LandschaftsplanerInnen, LandschaftsarchitektInnen, Behördenmitglieder und an der Landschaftswahrnehmung und -gestaltung Interessierte
D03 - Naturwerte, Kulturwerte und Produktion: Das goldene Dreieck der Agrarlandschaft
Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) und Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL)
Présentation: Dr. Benno Furrer, Schweizerische Bauernhausforschung; Hermel Homburger, ART; Dr. Xenia Junge, WSL; Dr. Beatrice Schüpbach, ART; Dr. Pascal Simon, Kanton Basel-Landschaft
Modération: Dr. Felix Herzog, ART
Die Präsentationen sind unter www.alpfutur.ch/natur verfügbar.
Im Workshop „Naturwerte, Kulturwerte und Produktion: Das goldene Dreieck der Agrarlandschaft“ von der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) wurde diskutiert, wie im Sömmerungsgebiet Produktion, Naturwerte und Kulturwerte und Kulturwerte in Einklang gebracht werden können, was für den Tourismus wichtig ist. In einer Befragung zeigte sich, dass Touristen, Einwohnern der Gemeinde Diemtigen und der Schweizer Bevölkerung eine gepflegte Landschaft, artenreiche Weiden, traditionelle Alphütten und traditionelle Produktion besonders wichtig sind, während z.B. moderne Alphütten und intensive Produktion als weniger wichtig oder untypisch bezeichnet wurden. In einem weiteren Projekt konnte die grosse Bedeutung von artenreichen Wiesen für die Landschaftspräferenz gezeigt werden. Der Zusammenhang zwischen Artenvielfalt und Produktion ist stark standortabhängig: Auf einer Alp können die produktivsten Weiden relativ artenreich sein, während auf einer anderen Alp mit insgesamt geringerem Produktionsniveau die ertragreichsten Flächen extrem artenarm sind. Die Steuerung der Nutzungsintensität ist dabei zentral, kann aber aufwändig sein. Im Kanton Baselland sind die meisten Sömmerungsflächen im TWW-Inventar. Dank partnerschaftlicher Beratung zur Steuerung der Nutzungsintensität haben 80% von ihnen einen Naturschutzvertrag. Dabei ist auch entscheidend, dass die Verträge freiwillig sind. Alphütten sind oft die einzigen Zeitzeugen der Alpwirtschaft, da kaum schriftliche Unterlagen bestehen. Mit Themenwanderungen unter Einbezug von aktiven Alpbetrieben und den historischen Alpgebäuden sowie Themen der Alpwirtschaftsgeschichte, sollen interessante Interaktionen zwischen Natur, Mensch und Umwelt aufgezeigt werden. In der Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass zwischen den Ansprüchen der Bevölkerung nach traditioneller Produktion und dem Kaufverhalten (billige Produkte) oft eine Diskrepanz besteht. Ausserdem wurde vorgeschlagen, den verschiedenen Alpen auf regionaler Ebene je nach Standorteigenschaften unterschiedliche Funktionen (Produktion, Themenwanderung …) zuzuordnen.
Groupe cible: Landwirtschaftliche BeraterInnen, kantonale und nationale Ämter, NGOs, KonsumentInnen
D04 - Energiewende – zum Schutz von Umwelt und Landschaft!
Greenpeace
Présentation: Michael Casanova, Pro Natura; Andy Imfeld, Altaventa AG; Georg Klingler, Greenpeace; Bernhard Piller, Schweizerische Energie-Stiftung (SES); Felix Nipkow, SES; Alfred Wittwer, Kraftwerke Oberhasli (KWO)
Modération: offen
Am Workshop wurde eine kriterienbasierte Methode zum Vergleich der verschiedenen Stromproduktionsarten vorgestellt, angewendet und kritisch diskutiert. Die Kriterien für den Vergleich umfassen globale und lokale Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft.
Nachfolgend die wichtigsten Resultate aus Sicht der Organisatoren:
• Wenn einzelne Ausbau-Projekte nicht generell an der „Not in my Backyard“ Problematik scheitern sollen, ist es wichtig, dass ergänzend zur Einzelprojektbeurteilung deutlich gemacht wird, welchen Gesamtnutzen Projekte für den Ausbau der erneuerbaren Energien mit sich bringen.
• Gemeinden, welche vor einem Planungs- oder Ausbauentscheid stehen, können und sollen die Optik des Einzelfalls mit einem umfassenden Vergleich – z.B. nach Art des vorgestellten Kriteriensets – erweitern. Auf eine nicht begründeten Auswahl von Einzelkriterien (wie z.B. Kosten, Landschafts- oder Klimaschutz) ist zu verzichten, da mit der Auswahl das Ergebnis vorbestimmt werden kann.
• Für die faire Beurteilung von Energieprojekten sollte in der Bevölkerung ein Bezug zum Energiethema vorhanden sein. Eine Bewertung anhand der vorgestellten Kriterien kann dazu beitragen, dass dieser Bezug gebildet wird.
• Die Argumente hinter den einzelnen Nutzwerten sind wichtiger als die Nutzwerte an sich. D.h. ein umfassender Vergleich von Stromproduktionsarten darf nicht auf ein simples Vergleichen von Nummern reduziert werden. Das vorgeschlagene Kriterienset bildet eine gute Grundlage für die Erarbeitung und Offenlegung der zentralen Argumente.
• Neben der allgemein vergleichenden Betrachtung sollten die kritischen Kriterien je Stromproduktionsart benannt werden. Ein alleiniger Vergleich von Stromproduktionsarten anhand der Aufsummierung von Nutzwerten ist problematisch, weil mit der Summierung eine allgemeine Nivellierung stattfindet und wichtige Aspekte verloren gehen können.
• Der vorgeschlagene kriterienbasierte Vergleich der Stromproduktionsarten kann und soll den Einzelfallentscheid nicht vorwegnehmen. Im konkreten Fall sind jeweils spezifische Kriterien massgebend. Diese müssen in vertieften Verfahren geprüft werden (z.B. Umweltverträglichkeitsprüfung, Lärmschutzeinhaltung, Wirtschaftlichkeit am konkreten Standort etc.). Um im Einzelfall aber abwägen zu können, welche Eingriffstiefe bzw. Folgen akzeptabel sind, sollte die spezifischen Betrachtungen um die kriterienbasierte globale Sicht erweitert werden.
Groupe cible: Interessenten aus Landschafts-, Natur- und Umweltschutz, Stromproduzenten, Stromkonsumenten
D05 - Ressource Landschaft: Instrumente für eine schonende Raumnutzung
Hintermann & Weber AG, Amt für Raumplanung Basel-Landschaft (ARP BL)
Présentation: Dr. Niggi Hufschmid, ARP BL; Kathrin Wunderle, Hintermann & Weber AG; Felix Berchten, Hintermann & Weber AG
Modération: Dr. Martin Huber, ARP BL
Unter animierender Moderation von Martin Huber (ARP BL, Leiter Kantonsplanung, Dr. phil I, Geograph) lösten die 3 Kurzreferate rege Diskussionen unter den 22 wie folgt vertretenen TeilnehmerInnen aus: Bundesämter (2), kantonale Fachstellen (8), Gemeinden (3), Forschungsinstitutionen (2), Verbände (3), private Firmen (4).
Niggi Hufschmid (ARP BL, Dr. phil II, Biologe) präsentierte eine GIS-basierte Methode zur qualitativen Beurteilung von Landschaftseigenschaften. 6 polyfaktorielle Indikatoren, zu einem quantitativen Landschafts-Index integriert, erlauben die vergleichende Ansprache der Landschaftsqualität in frei wählbaren Perimetergrössen. Die Methode eignet sich als konzeptionelle Grundlage für Richt- und Nutzungsplanung ebenso wie zur Impact-Prognose raumwirksamer Vorhaben.
Ergebnisse: Die Methode wurde praktisch durchwegs als sehr hilfreich eingestuft. Angeregt wurde die methodische Erweiterung auf Wald und Baugebiet.
Kathrin Wunderle (H&W, Dipl. Biologin, Geoinformatikerin) stellte eine Methode zur Bemessung Ersatzmassnahmen für Bauten und Anlagen vor, welche ein weiteres Downgrading geschützter Landschaften aufhalten oder verhindern.
Ergebnisse: Der vorgestellte Schlüssel wurde praktisch durchwegs als sehr hilfreich eingestuft. Diskussionsschwerpunkt war, ob ein 1:1 Ersatz im Landschaftsschutz dem Gesetz genüge, oder ob nicht darüber hinaus auch noch Massnahmen des ökologischen Ausgleichs vorzukehren seien.
Felix Berchten (H&W, Dipl. Forstingenieur ETH) zog in seinem Referat eine Klammer über beide Referate. Er zeigte die bestehenden Instrumente für einen schonenden Umgang mit Landschaft, ortete Probleme in der Praxis und sich abzeichnende Gefährdungsszenarien.
Ergebnisse: Referat und Diskussion haben gezeigt, dass diverse Instrumente für die schonende Raumnutzung bestehen und institutionalisiert zur Anwendung kommen. Es zeigen sich aber eine je nach Kanton sehr heterogene Ausgangslage sowie erhebliche Unterschiede beim Vollzug. Weiter bestand Einigkeit in der Forderung, die Schutzziele für Landschaften präziser und konkreter zu formulieren, sie mit ebenfalls konkreten Entwicklungszielen zu ergänzen und die Zielerreichung mit einem Monitoring zu überwachen.
Groupe cible: Kantonale und nationale Fachstellen, Umweltorganisationen
Praesentation_D5_Instrumente.pdf (pdf, 247 KB)
Praesentation_D5_Landschaftsbewertung.pdf (pdf, 3.4 MB)
Praesentation_D5_Methoden_zur_Quantifizierung.pdf (pdf, 4.1 MB)
D06 - Siedlungsfreiraum in der Agglomeration – mehr Qualität auf weniger Fläche!
Metron Raumentwicklung AG
Présentation: Beat Suter, Metron; Jürgen Hengsberger, Metron; Doris Sfar, Bundesamt für Wohnungswesen
Modération: Beat Suter, Metron
Die Agglomerationsbildung und Zersiedlung der Schweiz hat zu einer neuen Landschaftsform geführt: dem "suburbanen Freiraum", weder Stadt noch Landschaft, ein Konglomerat von traditionellen und neuen Freiraumnutzungen, ausgesetzt dem Nutzungsdruck von Siedlung, Infrastruktur und Freizeit.
Das Thema "Siedlungsfreiraum in der Agglomeration - Mehr Qualität auf weniger Fläche!" wurde anhand von drei Themenschwerpunkten, auf der Grundlage von bisherigen Ergebnissen des Bundesprojekts "Suburbane Freiraumentwicklung", diskutiert.
Vielfältiger Identifikationsraum: Die Freiraumentwicklung muss übergeordnet in einem Planungsinstrument verankert werden. Dazu müssen entsprechende Regelungen zur Finanzierung gewährleistet werden.
Zugänglicher Erholungsraum: Die öffentliche Hand muss bei der Entwicklung suburbaner Freiräume eine Vorbildfunktion einnehmen. Häufig fehlen jedoch politische und fachliche Kompetenzen. Die Entwicklung suburbaner Freiräume muss überkommunal geplant und finanziert werden.
Bedrängte Ressource/Innenentwicklung: Der Siedlungsraum soll wirksam begrenzt werden. Der Quartierstrukturplan ist auf kommunaler Ebene ein geeignetes Instrument für die integrale Planung von Siedlung, Verkehr und Freiraum.
Groupe cible: Politik- und Behördenvertretungen (v. a. kommunale Ebene), Fachplanende, Vertretungen von Hochschulen und aus der Wirtschaft, Interessierte
D07 - Rummelplatz oder Ruhepol? Die Alpenlandschaft im Spannungsfeld gesellschaftlicher Ansprüche
Mountain Wilderness
Présentation: Hans Weiss, ehem. Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und Fonds Landschaft Schweiz; Stephan Otz, Tourismus Interlaken; Ernst Flütsch, Berggasthaus Sulzfluh; Urs Wohler, Engadin Scuol Tourismus; Martin Scheel, Sportkletterpionier
Modération: Katharina Conradin, Mountain Wilderness
Die Alpen stehen im Spannungsfeld verschiedener Ansprüche: Sie sind die wichtigste Grundlage für den Tourismus in der Schweiz, ein grossräumiger Natur- und Erholungsraum, und ein eigenständiger Wirtschafts- und Kulturraum. Daraus resultieren ganz unterschiedliche Nutzungs- und Entwicklungsansprüche.
Im Workshop „Rummelplatz oder Ruhepol? Die Alpen im Spannungsfeld gesellschaftlicher Ansprüche“ diskutierten Vertreter des Landschafts- und Umweltschutzes, Sportler und Tourismusvertreter über ihre Vorstellungen bezüglich der Entwicklung der Alpen.
Dabei kamen ganz unterschiedliche Vorstellungen zum Tragen: Von den Bedenken, dass die Alpen zu Disneyland verkommen, über Ängste, dass für naturverbundene Sportler bald kein Platz mehr übrig bleibt, bis zur Feststellung, dass dem Gast von heute der Berg als Spektakel nicht mehr genügt.
Einig wurde man sich in gewissen Bereichen dennoch; nämlich, dass eine Entwicklung, die in einem einheitlichen Angebot von Scuol bis Anniviers resultiert, nicht sinnvoll ist. Vielmehr braucht es eine differenzierte Entwicklung, die Platz bietet für touristisch intensiv genutzte Gebiete auf der einen Seite, und aber auch für solche, wo die Natur nicht „in Szene“ gesetzt werden muss. Eine Forderung, die Alpenschutzorganisation mountain wilderness mit ihrem Ziel, die ursprüngliche Bergnatur zu erhalten und einen umweltverträglichen Bergsport zu fördern, nur unterstützen kann.
Groupe cible: Fachpersonen und interessiertes Publikum aus dem Bereich Natur- und Landschaftsschutz, Regionalentwicklung, Bergsport und Tourismus
D08 - Biodiversitätsstrategie und Aktionsplan: «Nagoya konkret»
Pro Natura, SVS BirdLife Schweiz
Présentation: Ulrich Stöcker, Deutsche Umwelthilfe; Isabel Specker, Migros; Urs Kuhn, Fachstelle Naturschutz Zürich
Modération: Mirjam Ballmer, Pro Natura; Werner Müller, SVS BirdLife Schweiz
In Kürze soll der Bundesrat die seit Jahren überfällige Biodiversitätsstrategie für die Schweiz beschliessen und anschliessend in einem Aktionsplan konkretisiert werden. Im Workshop unter der Leitung von Mirjam Ballmer (Pro Natura) und Werner Müller (SVS/BirdLife Schweiz) ging es darum, Modelle und Vorschläge für die konkrete Umsetzung der Strategie zu diskutieren.
Drei Inputreferate leiteten die Diskussion ein: Die Erfahrungen von Ulrich Stöcker von der Deutschen Umwelthilfe aus der Nationalen Biodiversitätsstrategie Deutschlands von 2007 zeigen, dass die Umsetzung genügend Personal und Finanzkapazitäten, regelmässige Berichtspflichten und einen transparenten Dialogprozess braucht. Aus der Sicht der Konferenz der kantonalen Beauftragten für Natur- und Landschaftsschutz KBNL betonte Urs Kuhn die Bedeutung einer koordinierten Steuerung der Umsetzung der Biodiversitätsstrategie durch die kantonalen Fachstellen als Kompetenzzentren und stellte den Ressourcenbedarf dar. Isabel Specker stellte das Engagement der Wirtschaft am Beispiel des Migros Genossenschaftsbundes vor und setzte den Akzent bei den freiwilligen Aktivitäten der Unternehmen.
Die angeregte Diskussion konzentrierte sich nach einer breiten Themensammlung zuerst auf die Frage, weshalb die bisherigen gesetzlichen Grundlagen nicht die nötige Wirkung erzielten. Das Problembewusstsein zum Zustand der Biodiversität in der Schweiz muss stark erhöht werden; es braucht bei der Erarbeitung des Aktionsplanes genügend Ressourcen (Personal und Finanzen), und klare Ziele müssen den Zielerreichungsgrad sichtbar machen. Die Beschaffung der nötigen Mittel und der Einbezug der Sektoren waren weitere Schwerpunkte. Die Diskussion zeigte das grosse Interesse der aus den unterschiedlichsten Sektoren kommenden Teilnehmenden am Aktionsplan Biodiversität. Es liegt an den Verantwortlichen des Bundes, dieses Wissen und Engagement nun zielgerichtet zu nutzen.
Groupe cible: Kantonale Ämter, Gemeinden, Mitarbeitende von Bundesämtern, Planungsbüros, PolitikerInnen, Aktive von NGOs
D09 - Gartenstadt Schweiz
SIA
Présentation: Prof. Michael Koch, Hafencity Universität Hamburg; Maresa Schumacher, YellowZ; Andreas Nütten, YellowZ; Fritz Schumacher, Kantonsbaumeister Basel-Stadt
Modération: Thomas Noack, SIA
Eine der hervorragenden Qualitäten des Lebensraums Schweiz ist die Nähe von dichten überbauten Siedlungsräumen und Landschaften mit ausgesprochenen Qualitäten. Was würde ein Denkansatz «Die Schweiz als Gartenstadt» für die Landschafts- und Agglomerationsplanung bedeuten?
Groupe cible: Raumplaner, Landschaftsarchitekten, Naturschützer, Tourismusfachleute, Förster, Bauern, Ökonomen
D10 - Wie kann man Landschaften bewerten? Herausforderungen der Charakterisierung von Kulturlandschaften
Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL)
Présentation: Gudrun Hoppe, quadra gmbh; André Stapfer, Sektion Natur und Landschaft, Kt. AG; Karina Liechti, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz; Yves Schwyzer, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz; Christine Meier, Planar
Modération: Dr. Raimund Rodewald, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz
Erhalt und qualitative Weiterentwicklung von Kulturlandschaften bedingen eine intensive Auseinandersetzung mit Fragen wie: Was ist das Wertvolle, das Charakteristische einer Landschaft?
Im Rahmen der Workshops wurden unterschiedliche Zugänge der Charakterisierung von Kulturlandschaften und zur Erfassung von Landschaftsqualitäten vorgestellt sowie deren Potential bei der planerischen Festlegung von Landschaftsqualitätszielen diskutiert.
Die Leitfragen des Workshops waren:
• Welche Qualitäten haben Landschaften und wie können diese erfasst werden?
• Wie können Landschaftsqualitäten / landschaftliche Werte kommuniziert werden?
• Wie könnten praxistaugliche Zugänge zum Umgang mit Landschaften im Spannungsfeld ver-schiedener Nutzungsansprüche aussehen?
Der Workshop wurde durch vier kurze Inputreferate eingeleitet, die folgende Themen umfassten:
„Charakterisierung von Kulturlandschaften – ein Beitrag zur Erfassung von Landschaftsqualitäten“ (Karina Liechti und Yves Schwyzer, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz), „Der Metropolitanraum Zürich als Parklandschaft“ (Gudrun Hoppe, quadra GmbH), „Landschaftsqualität im Zusammenspiel mit Wahrnehmung und emotionalen Wirkungen“ (Christine Meier, Planar AG) und „Die Landschaft des Kantons Aargau im Spannungsfeld verschiedener Ansprüche“ (André Stapfer, Kanton Aargau).
In der darauffolgenden Diskussion bestätigte sich, dass der Umgang mit Landschaften und deren Schutz und Aufwertung bei vielen Akteuren mit grosser Unsicherheit verbunden ist. Oft fehlt das Wissen, welche Landschaft angestrebt werden soll oder was eine Landschaft überhaupt ist. Somit wird die Kommunikation über landschaftliche Werte zu einer grossen Herausforderung.
Aus dieser Grundproblematik lassen sich die folgenden Schlussfolgerungen ziehen:
1) Die Erarbeitung von Landschaftsqualitätszielen für bestimmte Landschaften bedingt einen regionalen Dialogprozess, der die betroffenen Akteure und deren Wissen einbezieht und in dem die zu diskutierenden Kernpunkte verständlich und differenziert formuliert und erklärt werden.
2) Der Einbezug von Landschaftsanliegen in die Planung der menschlichen Aktivitäten bedingt den Beizug von Experten und Expertinnen, die anschauliche Grundlagen zur Bewertung von Landschaften einbringen können. Die vorgestellten Projekte zeigen gangbare Wege auf, wie solche Grundlagen aussehen könnten.
3) Die Erfassung von Landschaftsqualitäten bedingt neben Fachwissen aber auch eine differenzierte Wahrnehmung über die Sinne. Dieser differenzierte „Blick“ ist eine Frage des Tempos, mit dem Landschaft erfahren wird, der Aufmerksamkeit und der Beobachtung der vor sich gehenden Prozesse. Dabei ist der Beitrag von Experten und der ansässigen Bevölkerung gleichermassen gefordert.
Groupe cible: Interessierte und Fachleute aus Umwelt- und Sozialwissenschaften, Landschaftsplanung, Tourismus, Regionalentwicklung, Gemeinden, Regionen und Kantonen
D11 - Verkehrssparen in Siedlung und Quartier: Wohnungsbezogene Mobilität in der 2000-Watt-Gesellschaft
Verkehrsclub der Schweiz (VCS), Club der Autofreien der Schweiz (CAS), Fussverkehr Schweiz
Présentation: Thomas Schweizer, Fussverkehr Schweiz; Samuel Bernhard, CAS; Corina Gwerder, VCS Regionalgruppe Bern; Daniel Bähler, VCS
Modération: Thomas Schweizer, Fussverkehr Schweiz; Samuel Bernhard, CAS; Markus Knauss, VCS
Diskussion von Handlungsmöglichkeiten für ein Leben ohne Auto und eine nachhaltige Abwicklung der Mobilitätsbedürfnisse: Aktiv werden in der eigenen Wohnungsumgebung, Handlungsmöglichkeiten von Liegenschaftsbesitzern und Verwaltern, Möglichkeiten der öffentlichen Hand.
Groupe cible: MieterInnen in grösseren Mehrfamilienhäusern, Besitzer/Verwalter von Mehrfamilienhäusern, öffentliche Verwaltungen, Mobilitätsinteressierte
Folien_D11.pdf (pdf, 448.7 KB)
D12 - Schweizer Pärke: Möglichkeiten und Grenzen zur Erhaltung und Aufwertung der Qualität der Landschaft(en)
Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), Netzwerk Schweizer Pärke
Présentation: Simone Remund, Bundesamt für Umwelt; Andreas Cabalzar, Kanton Graubünden; Peter Oggier, Parkträgerschaft Pfyn-Finges; Remo Kellenberger, Parc Beverin; Stefan Müller, Regionaler Naturpark Thal; Nicole Aebli, Wildnispark Zürich Sihlwald; Dieter Müller, Parc Ela
Modération: Stefan Forster, ZHAW; Andreas Weissen, Netzwerk Schweizer Pärke
Ziel des Workshops war es, auszuloten, ob den Schweizer Pärken und damit der Pärkepolitik des Bundes die Quadratur des Kreises gelingen kann, die landschaftlichen Werte langfristig zu erhalten, aufzuwerten und gleichzeitig nachhaltig zu nutzen.
• Die Pärke haben in ihren Zielsetzungen klar formuliert, dass sie ihre Landschaftsqualität verbessern möchten. Dafür erarbeiten sie eine vom BAFU methodisch vorgegebene Landschaftsbewertung und sie versuchen selber kooperative Initiativen zu starten und laufende Vorhaben zu unterstützen (fachlich und finanziell)
• Allerdings stehen für diese wichtigen Massnahmen nur sehr beschränkt Mittel zur Verfügung. Diese gilt es gezielt einzusetzen, v.a. auch mit der Absicht weitere Mittel aus anderen Politikbereichen, Förderprogrammen oder z.B. von Stiftungen auszulösen.
• Die Verbesserung der Landschaftsqualität ist ein langfristiger Prozess in der Pärkeentwicklung. In vielen Projekten stehen momentan vor allem die regionalwirtschaftlichen Argumentationen und Projekte eher im Vordergrund.
• Die Pärke verstehen sich als „Ermöglicher“. Sie helfen fachlich und koordinieren laufende Aufwertungsmassnahmen. Sie initiieren im Austausch mit Akteuren und Organisationen neue Vorhaben, indem sie Überzeugungsarbeit leisten, finanziell unterstützen oder helfen weitere finanzielle Mittel zu akquirieren.
• Auch in Konfliktsituationen sehen sich die Pärke als „Ermöglicher“. Sie können in der Vermittlung und der Koordination der Akteure (Kanton, Bund, Interessensgruppen) Konsenslösungen ermöglichen, tragen und unterstützen.
• Ein wichtiger Faktor im Zusammenhang mit der Landschaftsverbesserung sind auch die Sensibilisierungsmassnahmen. Die Pärke arbeiten an der Sensibilisierung für die Landschaft und für die Natur- und Kulturwerte gegen innen und gegen aussen. Damit erfüllen sie auch ihre Funktion, einen Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung und zur Umweltbildung zu leisten. Das ist eine wichtige Voraussetzung, damit die Landschaft verbessert wird, erhalten bleibt und eine nachhaltige Entwicklung in den Pärken überhaupt ermöglicht wird.
Groupe cible: Parkverantwortliche auf Ebene Bund, Kantone, Gemeinden und Parkträgerschaften, Mitwirkende und Interessierte an Pärken, Tourismusorganisationen, Forschung, NGOs
Ateliers en français
F01 - L’espace public dans le Tessin de demain - densification, réaménagement, production
Université de la Suisse italienne / Académie d’architecture de Mendrisio (USI)
Présentation: Arch. Michele Arnaboldi, Prof. USI; Arch. Enrico Sassi, USI; Arch. Francesco Rizzi, USI; Marcello Martinoni, USI
Modération: Enrico Sassi, USI
The Swiss National Science Foundation (SNF) begun on a national scale the research programme entitled PNR65 PNR65 Urban Quality (www.pnr65.ch).
For this research programme, Professor and Architect Michele Arnaboldi of the Academy of Architecture in Mendrisio (Università della Svizzera italiana) submitted and obtained fundings for the project Public space in the “Città-Ticino” of tomorrow (Spazio pubblico della “Città-Ticino” di domani) with the aim to extend the concept of public space to empty land and residential spaces in industrial and developed areas, including transport infrastructures (pathways and motorways), urban green, woodland and the landscape as a whole. The project begun on September 2010 and will last for three years with the direct and continuous participation of cantonal authorities (Dipartimento del Territorio) and under the guidance of Aurelio Galfetti, Enrico Sassi and a team of interdisciplinary experts. The workshop (circle de travail) presented the principle of indivisibility throughout the analysis phase and the project phase to the four scales: urban planning, landscape, urban design and architecture with a careful eye on quality and the multiscalar dimension of the public space. The research aims at identifying criteria, processes, methods and instruments necessary to improve the quality of public spaces in the “Città-Ticino”, leading to the definition of a new concept of contemporary public space. The public administration is actively involved in the research process and so is the Academy of Architecture, with the goal to reduce the distance between theory and reality and between didactics and practice. (Info at: pnr65@usi.ch)
Groupe cible: Architectes, planificateurs, géographes, scientifiques, étudiants, toute autre personne intéressée
F02 - Arc lémanique: quel paysage dans une région à forte croissance?
Pro Natura, Secrétariat romand
Présentation: Marcellin Barthassat, Ar-Ter; Francesco della Casa, architecte cantonal genevois; Marcos Weil, Urbaplan; Nicolas Daïna, Gérance Robert Crot & Cie
Modération: Raphaël Mahaim, Grand Conseil vaudois
Existe-t-il un phénomène de bétonnage automatique du «vide» sur l’Arc lémanique? La tendance vers un paysage de mégapole est-elle réversible? Comment préserver les paysages naturels encore intacts? Sont-ils considérés comme de simples faire-valoir du paysage bâti? Quelles attentes, quel rôle pour la population?
Groupe cible: Administration et pouvoirs publics, architectes, urbanistes, aménagistes du territoire, toute autre personne intéressée
Ateliers bilingues (français et allemand)
B01 - Raumplanerische Konzepte zur Gestaltung von Natur und Landschaft in Regionen / Concepts d’aménagements pour la nature et le paysage dans les régions
Bundesamt für Raumentwicklung (ARE)
Présentation: Martin Vinzens, ARE; Reto Camenzind, ARE
Modération: Martin Vinzens, ARE; Reto Camenzind, ARE
Gegenwärtig herrscht ein Unbehagen gegenüber der Raumplanung und ihren Instrumenten bei der Behandlung der Landschaft, insbesondere in Bezug auf eine übergeordnete oder grossräumigere Sichtweise. Setzt die Raumplanung überhaupt ihre Instrumente genügend für die Bereiche Natur und Landschaft ein? Wo bestehen Lücken und welche weitere Stossrichtung soll verfolgt werden?
Sowohl auf regionaler Ebene als auch auf Bundesebene existieren heute zahlreiche raumplanerische Instrumente mit denen Nutzungen gesteuert und Aspekte von Natur und Landschaft gezielt berücksichtigt werden können. Aus Sicht der Organisatoren des Workshops besteht auf regionaler Ebene vor allem eine Lücke bei umfassenden Landschaftszielen, welche für komplexe oder rasch wandelnde Ansprüche eingesetzt werden können und Aspekte der Siedlung und Landschaft gemeinsam behandeln. Solche Landschaftsziele würden eine wichtige Ergänzung zu den bestehenden regionalen Instrumenten, die vor allem auf einen konkreten Vollzug ausgerichtet sind (z.B. Vernetzungskonzepte, Förder- oder Schutzgebiete, Lenkung der Erholungsnutzung, Sachplanungen) bieten.
Auf Bundesebene wurden gerade in den vergangenen Jahren verschiedene Grundlagen (Landschaftsstrategie BAFU, Landschaftstypologie Schweiz, Raumkonzept Schweiz) aber auch Förderinstrumente (z.B. Pärke nach NHG, Agrarpolitik, Revitalisierung von Gewässern) geschaffen oder befinden sich kurz vor ihrem Abschluss. Sie bieten eine wichtige Unterstützung der Kantone und Regionen im Vollzug. Es ist aber wichtig, dass solche "bottom-up Ansätze" des Bundes auch mit übergeordneten gesamtschweizerischen Grundlagen ergänzt werden. Der in den Kantonen und Regionen dezentral ausgerichtete Vollzug in Natur und Landschaft muss zumindest nach gemeinsamen (überprüfbaren) Grundsätzen schweizweit ausgerichtet werden.
Groupe cible: Raumplanerisch interessierte Personen
Praesentation_Workshop_B1_Raumplanerische_Konzepte.pdf (pdf, 2.8 MB)
B02 - Landschaftsforschung und -gestaltung: Wege zur Kooperation / Recherche et conception au niveau du paysage: des voies pour coopérer
ETH Zürich (ETHZ), Konferenz der Beauftragten für Natur- und Landschaftsschutz (KBNL), Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), Forum Landschaft
Présentation: Anette Freytag, ETHZ; Marcel Hunziker, WSL; Joachim Kleiner, Hochschule für Technik Rapperswil; Urs Meyer, KBNL
Modération: Urs Steiger, Forum Landschaft
Ziel des Workshops «Landschaftsforschung und –gestaltung – Wege zur Kooperation» unter der Leitung von Urs Steiger, Forum Landschaft unter Mitwirkung von Anette Freytag, ETHZ, Marcel Hunziker, WSL, Joachim Kleiner, HSR und Urs Meyer, KBNL war es, die Kooperation und den Austausch zwischen Wissenschaft, Forschung und Anwendung unter besonderer Beachtung der Landschaftsgestaltung zu fördern und mit Beispielen aus der Praxis zu illustrieren. Als Einstieg betonte Marcel Hunziker den sozialwissenschaftlichen Aspekt der Landschaft, gefolgt von Joachim Kleiner mit einem landschaftsästhetischen Ansatz am Beispiel der Siedlungsränder, während Anette Freytag in ihrem fulminanten Referat mit der Analyse des Ortes für die Topologie der Landschaft plädierte. Urs Meyer übernahm abschliessend die Rolle des Praktikers, der wissen wollte, was zu tun sei, damit eine gute Lösung auch wirklich realisiert wird.
Die Definition der Landschaft folgt der Europäischen Landschaftskonvention, wonach Land- schaft ein Produkt der Wechselwirkung ist und einen landschaftsökologischen und einen sozial- wissenschaftlichen Zugang gewährt. Aspekte dieses Zugangs sind die Ansprüche der Menschen an die Landschaft, die Einstellungen gegenüber ihrer Veränderung und Entwicklung, die Wirkung der Landschaft auf die Menschen sowie ihr Verhalten und dessen Lenkung. Nachhaltige Landschaftsentwicklung muss die Bedürfnisse von Gesellschaft und Natur erfüllen. Joachim Kleiner erläuterte das an zwei konkreten Projekten: Zuerst die Problemdefinition, danach die Erfassung der Charakterräume, eine Stärken- / Schwächen-Analyse und schliesslich einen Massnahmenkatalog. Anette Freytag plädierte für die Topologie als Methode, basierend auf der Lehre von der Lage und Anordnung geometrischer Gebilde im Raum. Die räumlichen Daten werden mittels Drohnen erfasst und in dreidimensionalen Bildern, welche auch die möglichen Veränderungen visualisieren dargestellt. Nach der Frage von Urs Meyer, mit welchen Mitteln eine gute Lösung denn auch umgesetzt werden könne, zeigte die anschliessende lebhafte Diskussion, dass es primär darum gehe, die schlechten Projekte zu vermeiden. Was wiederum zur Frage führte, wer denn gut oder schlecht definiere. Einig waren sich aber alle, dass gute Lösungen Zeit und Partizipation der Bevölkerung unter der Leadership der Fachleute brauchen. Landschaftswahrnehmung gibt es nicht per se, aber man kann sie schulen und lernen.
Groupe cible: Landschaftsakteure der verschiedenen Stufen: Forschende, Verwaltung/Ämter, NGOs, Praxis sowie interessierte Laien
B03 - Landschaften geprägt durch Landwirtschaft: Für wen und warum? / Des paysages façonnés par l’agriculture: pour qui? Pour quoi?
Office fédéral de l’agriculture (OFAG), Hochschule für Technik Rapperswil (HSR)
Présentation: Dominique Kohli, OFAG; Andreas Schneider, HSR; Marcel Liner, Pro Natura; Rike Stotten, Lucerne University of Applied Sciences and Arts; Francis Egger, Union Suisse des Paysans
Modération: Myriam Charollais, Agridea
L’atelier se concentrait sur les questions suivantes : La politique agricole et l’aménagement du territoire visent notamment à maintenir des paysages ouverts et de qualité. Cela répond-il aux demandes de la société ? Les instruments prévus dans la politique agricole 2014-17 sont-ils suffisants ? Faut-il en créer d’autres ?
L’atelier a réuni en table ronde M. Dominique Kohli, sous-directeur de l’Office fédéral de l’agriculture, M. Andreas Schneider, directeur de l’Institut für Raumentwicklung de la Hochschule für Technik Rapperswil, M. Marcel Liner, chef de projet Politique agricole à Pro Natura, Mme Rike Stotten, assistante scientifique à l‘Institut für Soziokulturelle Entwicklung, Hochschule Luzern Soziale Arbeit, et M. Francis Egger, responsable du département économie, politique et relations internationales à l‘Union suisse des paysans. La modération était assurée par Mme Myriam Charollais, responsable du groupe Environnement et paysage à AGRIDEA. L’atelier a permis d’aborder les thèmes suivants:
• Le paysage dans le projet de Politique agricole (PA) 2014-2017
• Les attentes de la population vis-à-vis du paysage
• La répartition des paiements directs agricoles selon les priorités de la société
• Le coût du paysage
• Les contributions à la qualité du paysage
• L’implication des agriculteurs dans les projets de qualité du paysage
Groupe cible: Spécialistes de l’aménagement et de l’utilisation du paysage et du territoire, toute personne intéressée par l’espace rural et ses paysages
B04 - Innovative Instrumente zur Steuerung der Siedlungsentwicklung und Senkung des Landschaftsverbrauchs / Des instruments novateurs pour gérer le développement de l’habitat et réduire l’utilisation du paysage
Pro Natura, Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz Pusch, Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL)
Présentation: Irmi Seidl, WSL; Prof. Pierre-Alain Rumley, Université de Neuchâtel (directeur ARE 2000–2008); Otto Sieber, Pro Natura; Daniel Müller-Jentsch, Avenir Suisse
Modération: Ion Karagounis, Pusch
Mit den bisherigen Planungsinstrumenten ist es nicht gelungen, den Bodenverbrauch in der Schweiz zu bremsen.
Im ersten Referat ging es deshalb um die Frage, wie ökonomische Instrumente in der Raumplanung einzusetzen wären und was sie bringen könnten. Das Fazit von Irmi Seidl war: Es braucht einen Mix aus ökonomischen und Planungsinstrumenten, um die Probleme der Siedlungsentwicklung in den Griff zu bekommen.
Im zweiten Referat zeigte Pierre-Alain Rumley das Potenzial und die Grenzen der klassischen Raumplanungsinstrumente auf. Einen wichtigen Ansatz sieht er in der Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den föderalistischen Ebenen sowie in Gemeinde- und Kantonsfusionen.
Im darauffolgenden Teil wurden die aktuellen politischen Entwicklungen eingeschätzt. Daniel Müller-Jentsch sprach über die Rückzonung von überdimensionierten Bauzonen und den Beitrag, den die Mehrwertabgabe dazu leisten kann. Er stellte fest, dass neue Instrumente Rückzonungen erleichtern, aber dass die Umsetzung komplex ist.
Otto Sieber zeigte den Beitrag der Landschaftsinitiative und des Gegenvorschlags zur Senkung des Bodenverbrauchs auf. Beide enthalten eine verbindliche Begrenzung des Siedlungswachstums und ein Instrument zur Finanzierung der Rückzonungen.
In der anschliessenden Diskussion war die Frage zentral, wie die Bauzonenfläche verkleinert werden kann. Diskutiert wurde über die Autonomie und die grosse Anzahl von Gemeinden. Darin wird eine Ursache der heutigen Zersiedlung gesehen. Gefordert wurde eine Stärkung der Kantone. Zudem wurden finanzielle Fragen diskutiert. Diese sind u.a. entscheidend, wenn es um Entschädigungen geht. Rückzonungen über die Mehrwertabgabe zu finanzieren, wird als Ansatz gesehen, jedoch wird die Abgabe die entstehenden Kosten nicht decken können. Einen weitern Ansatzpunkt, um das Siedlungsentwicklung zu steuern, wären Flächennutzungszertifikate. Diese würden einen Bauzonen-Tranfer von Gemeinden mit Überschuss zu Gemeinden mit zu wenig Bauzonen ermöglichen.
Groupe cible: Interessierte Personen, die sich mit Fragen der Siedlungsentwicklung und des Bodenverbrauchs beschäftigen
B05 - Energetische oder touristische Nutzung der Landschaften in der Schweiz? / Une utilisation énergétique ou touristique des paysages en Suisse?
Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) und Schweizerischer Tourismus-Verband (STV)
Présentation: Roman Hapka, SL-FP; Nadeschda Hoidn Wiede, Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz); Walter Steuri, Verein Bachlägerwasserfall; Heinz Rieder, Gemeinde St.Antönien
Modération: Mila Trombitas, STV; Matthias Rapp, SL
Der Schweizer Tourismus-Verband und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL organisierten gemeinsam einen Workshop zum Thema „Energetische und/oder touristische Nutzung der Land-schaften in der Schweiz“. Das Thema ist im Zeichen der Energiewende von besonderer Aktualität, denn der forcierte Zubau von Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit den Auswirkungen derartiger Anlagen auf die Landschaft und da-mit auf den Tourismus.
Den Wert der Landschaft für den Tourismus schätzt das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco 2002 auf 70 Milliarden Schweizer Franken. Im Gegensatz zum Städte- und Geschäftstourismus, bei dem weitere Faktoren wie Mobilität, Beherbergung oder das kulturelle Angebot die landschaftlichen Quali-täten übertrumpfen können, stellt in peripheren Gebieten und Bergregionen eine intakte Kultur- und Naturlandschaft den wichtigsten Reisegrund dar.
Die Energieszenarien des Bundesrates vom Mai 2011 (die aktuellen Eckwerte des Bundesrates la-gen zum Zeitpunkt des Workshops noch nicht vor) erhöhen den Druck auf die peripheren Gebieten und Bergregionen. Zur Vorbereitung des Ausstiegsbeschlusses aus der Kernenergie stellte der Bun-desrat damals unter anderem ein Szenario „neue Energiepolitik“, Angebotsvariante D&E fossil-dezentral und erneuerbare Energien Stromproduktionszahlen vor. Dieses Szenario führt zu folgen-den Konsequenzen bezüglicher benötigter Anlagen:
• 25 % mehr Wasserkraftanlagen
• 800 Windkraftanlagen
• 11 m2 Solarpanels pro Einwohner
Die Mehrzahl der Workshopteilnehmenden war der Auffassung, dass bei Wasserkraftanlagen der Ausbau von bestehenden Anlagen respektive der Neubau von (wenigen) grossen Anlagen einer Vielzahl von Kleinkraftanlagen vorzuziehen ist. Im Beispiel Bachlägernfall stufte die Mehrheit den Wert der unverbauten Landschaft mit den Elementen Gebirgsbach und Wasserfall als für den Tourismus wertvolles Gut ein, das Vorrang vor der Energieproduktion habe. „Lieber ein unbewohntes Alpental fluten, als jeden Gebirgsbach für die Energieproduktion zu verbauen“, fasste es ein Teilnehmer in Worte. Als unkritisch wurde auch das Beispiel der Lawinenverbauung von St. Antönien gewertet. Das in die Verbauung integrierte Solarkraftwerk ist optisch unauffällig und es besticht durch einen hohen Wirkungsgrad. Zudem bringt es als zusätzliches Element Wertschöpfung in eine Berggemeinde mit wenigen wirtschaftlichen Angeboten. Am kontroversesten wurde der Windpark im Val Lumbrein diskutiert. Er ist noch im Planungsstadium. Während einige den ästhetischen Aspekt auf die Landschaft als negativ bewerteten, störten sich andere nicht daran.
Als Quintessenz lässt sich aus der Diskussion ziehen, dass die unbebaute Landschaft einen touristischen Wert besitzt. Jeder Fall muss nach Kriterien des Landschaftsschutzes, der Raumplanung, der regionalen Wertschöpfung, des Tourismus und der Energieeffizienz bewertet werden.
Groupe cible: Fachleute und interessierte Laien aus den Gebieten Planung, Tourismus, Natur- und Landschaftsschutz
Workshop_B5_Rapp.pdf (pdf, 86.6 KB)
Workshop_B5_Trombitas.pdf (pdf, 1.2 MB)
B06 - Wachsende Ansprüche auf fruchtbare Böden: Internationale Landnutzungspolitik / Main basse sur les terres cultivables: quelle politique internationale en matière d’utilisation des sols?
Swissaid, Pro Natura
Présentation: Tina Goethe, Swissaid; Alexandre Ghelew, Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA); Nnimmo Bassey, Friends of the Earth International, Alternativer Nobelpreisträger
Modération: Bertrand Sansonnens, Pro Natura
Unter dem Titel „Wachsende Ansprüche auf fruchtbare Böden" beleuchtete der von Pro Natura und SWISSAID organisierte Workshop den globalen Wettlauf um Ackerland sowie internationale Regelungen zur Landnutzungspolitik.
Tina Goethe von SWISSAID zeigte auf, dass es vor allem die internationalen Firmen und Investitionsfonds sind, die Ackerland als profitables Anlagefeld entdeckt haben. Produziert werden Agrarrohstoffe für den Export. Die Auswirkungen für die lokale Bevölkerung sind gravierend. Sie verlieren nicht nur ihre Felder. Auch das Wasser wird für die Exportproduktion umgeleitet. Das geht auf Kosten der Wasserversorgung in den Dörfern sowie der Bewässerung der eigenen Felder.
Alexandre Ghelew von der DEZA lieferte die Zahlen zum Thema: 200 Millionen Hektaren Agrarland haben laut einer neuen Studie seit 2000 den Besitzer bzw. Pächter gewechselt. Gut 60 Prozent gehen auf das Konto der Agrotreibstoffe. Die DEZA engagiert sich für die Umsetzung der „Voluntary Guidelines on the Responsible Governance of Tenure of Land, Forests and Fisheries“. Sie will auch international aktive Unternehmen und Investoren weiter einbeziehen.
Nnimmo Bassey aus Nigeria, Präsident von Friends of the Earth International und Träger des Alternativen Nobelpreises, berichtete, wie in Nigeria vor allem die Erdölförderung den Bauerngemeinschaften ihr Land entzieht. Er setzt wenig Hoffnung auf Lösungen seitens der internationalen Staatengemeinschaft, denn auch dort stünden die wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund. Und sie bestimmen, wie die Realität vor Ort interpretiert wird: Galt Afrika lange als überbevölkert, heisst es nun, es sei unterbevölkert. Und es gäbe noch viel ungenutztes Land, das mit der Produktion von Agrargütern in Wert gesetzt werden solle. Doch wer zieht den wirtschaftlichen Nutzen aus dem Land? Einmal mehr gehen diese Werte in die reichen Länder und die lokale Bevölkerung geht leer aus. Um dieser Landnahme Einhalt gebieten zu können, muss vor allem auch vor Ort informiert werden.
Groupe cible: Interessierte Laien, Fachpublikum, Wirtschaft, Entwicklungspolitik









































