Workshopresultate des NATUR Kongresses 2011 zum Jahresthema «Natur und Konsum»

 

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*Workshopresultate werden kontinuierlich aufgeschaltet

Die Workshops wurden in drei Kategorien eingeteilt, die ihren Charakter kennzeichnten:

Arbeitsrunde:

Gemeinsame Erarbeitung von Handlungsmöglichkeiten

Diskussionsrunde:

Kontroverse Debatte

Informationsrunde:

Längere Präsentation mit Fragerunde

Zukunftsfähiger Konsum

Ergebnisse: B2-V Think global – consume local: DAS Erfolgsrezept für Produzenten, Konsumenten und Natur? Think global – consume local: la recette miracle pour les producteurs, les consommateurs et la nature?

Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ), Konsumentenforum, Schweizerischer Bauernverband (SBV)

Ecole polytechnique fédérale de Zurich (EPFZ) , Konsumentenforum, Union suisse des paysans (USP)

Präsentation: Annette Köhler, ETHZ; Muriel Uebelhart, Konsumentenforum; Pius Odermatt, Coop; Marcel Liner, Pro Natura

Die Schweizer Bauern produzieren dank staatlichen Anreizen und dem Mindeststandard des ökologischen Leistungsausweise auf eine Art und Weise, die der Umwelt und dem Tierschutz Rechnung trägt. Von den 60'000 Betrieben erfüllen 5700 Betriebe die Auflagen der biologischen und 32'000 Betriebe jene der integrierten Produktion. Wer Schweizer Produkte kauft, schont damit die Natur bereits zu einem schönen Teil.

 

Allerdings sind auch lokale Produkte nicht unproblematisch, sobald diese nicht saisongerecht sind. So haben beispielsweise Tomaten oder Gurken aus einem geheizten Gewächshaus in der Schweiz eine schlechtere Klimagasbilanz als unbeheiztes Gemüse aus Spanien.

 

Eine ungünstige Klimagasbilanz verzeichnen Importlebensmittel, die mit dem Flugzeug in die Schweiz transportiert werden. Da die Deklaration der Transportart meist fehlt, hat der Konsument keine Möglichkeit, diese Produkte bewusst zu vermeiden. Neben dem Energiebedarf und den produzierten Klimagasen sind auch der Wasserverbrauch und die Landnutzung für eine nachhaltige Produktion als auch einen nachhaltigen Konsum entscheidend. In diesen Bereichen bestehen ebenfalls kaum Konsumenteninformationen. Der Konsument selber legt Wert auf gesundheitliche Unbedenklichkeit, das Einhalten von sozialen, tiergerechten und ökologischen Grundanforderungen.

 

Allerdings sind das Umfrage- und das Kaufverhalten nicht immer deckungsgleich. Wichtig dabei ist, dass der Konsument den Nutzen für die Umwelt und sich selber erkennt. Ein Problem ist, dass die Preise völlig falsche Anreize setzen. So sind es häufig die aus weit entfernten Ecken der Welt stammenden Produkte, die im Laden am günstigsten sind.

 

Die aktuelle Situation kann verbessert werden, indem vermehrt Anreize für die biologische Produktion oder ökologische Mehrleistungen gesetzt sowie die Deklaration im Laden optimiert werden. Ein eigentliches Umweltlabel, das alle Dimensionen der Ökobilanz widerspiegelt, sahen die anwesenden Experten als nicht realistisch an. Hingegen kann der Detailhandel den Konsum steuern, in dem er die Waren entsprechend deklariert, die Kunden mit Informationen versorgt oder gewisse Produkte gar nicht mehr anbietet.

 

Ein weiteres Anliegen war, der inländischen Produktion und insbesondere den Fruchtfolgeflächen mehr Sorge zu tragen und so auch für die Zukunft die lokale Produktion sicherzustellen. „Lokal und saisongerecht produziert sowie saisongerecht konsumiert“ sind eine gute Basis für einen nachhaltigen Konsum!

 

 

Ergebnisse: B4-V Förderung des nachhaltigen Konsums von Lebensmitteln – Welchen Beitrag können Ökobilanzen leisten? Consommation durable de produits alimentaires – quelle contribution peuvent apporter les écobilans?

Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART), Bundesamt für Umwelt (BAFU), Coop, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ)

Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART), Office fédéral de l’environnement (OFEV), Coop, Ecole polytechnique fédérale de Zurich (EPFZ)

Präsentation: Gérard Gaillard, ART; Marie-Amélie Ardiot, BAFU; Bruno Cabernard, Coop; Franziska Stössel, ETHZ

Moderation: Gérard Gaillard, ART

In vier kurzen Inputreferaten wurden Thesen dazu aufgestellt, welchen Beitrag Ökobilanzen bei der Förderung des nachhaltigen Konsums von Lebensmitteln leisten können, und zwar aus dem Blickwinkel der Behörden (BAFU), der Wissenschaft (ETHZ und ART) sowie der Verteiler (COOP).

 

Die darauf folgende Diskussion bestätigte, dass Konsumierende Umweltinformationen über Produkte haben wollen und dass diesen Informationen ein Lebenszyklusansatz wie die LCA zugrunde liegen soll. Für die Glaubwürdigkeit dieser Informationen werden ein Regelwerk, das Systemgrenzen und Allokationsmechanismen offenlegt, sowie eine Kontrolle der Daten durch eine Drittinstanz als unabdingbar erachtet.

 

Umweltproduktinformationen müssen gemäss der Auffassung der Teilnehmenden einfach sein: Viele Zahlen und Indikatoren zu Umweltwirkungen verwirren mehr als dass sie nützen. Zudem besteht die Gefahr, dass Dinge verglichen werden, die nicht substituierbar und daher nicht vergleichbar sind, beispielsweise Fleisch und Früchte. Wie dies die ausgestellten Beispiele von Lebensmittelprodukten mit Umweltdeklaration aufzeigten, vermag eine direkte produktspezifische Ökobilanzinformation Ansprüche wie Einfachheit, Verständlichkeit und umfassende Umweltsichtweise gleichzeitig kaum zu befriedigen. Eine Mehrheit sprach sich daher für Labels aus, sofern sich diese Labels auf fundierte und ausführliche Ökobilanzen abstützen, die für Interessierte einsehbar sind.

 

Ökobilanzen sollen auf verschiedene Weise zur Förderung eines nachhaltigen Konsums genutzt werden. So tragen sie dazu bei, Beschaffungsketten ökologisch zu optimieren (wie COOP an mehreren Beispielen darlegte). In Anlehnung an das Referat von Dr. Bilharz wurde gefordert, sich auf die „big points“ zu konzentrieren und – basierend auf Ökobilanzen – Faustregeln respektive „generelle ökologische Kaufempfehlungen“ zu entwickeln (wie beispielsweise das Bevorzugen von Saisongemüse und –früchte). Für solche Regeln bestehe auch in der Umwelterziehung im Rahmen der Schulbildung ein grosser Bedarf.

 

Zielgruppe: Behörden, Wirtschaft, Konsumierende/ Autorités, économie, consommateurs

Ergebnisse: D1-V Faire Handelsbeziehungen im Biolandbau – eine Zwischenbilanz

Bio Suisse

Präsentation: Jörg Schumacher, Bio Suisse; Christian Waffenschmidt, Coop; Jacqueline Forster-Zigerli, Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL); Patrick Hohmann, Remei AG; Andreas Lieberherr, RegioFair Bio Zentralschweiz; Bernd Jauch, Bio Inspecta

Moderation: Tina Goethe, SWISSAID

Biologischer Landbau und fairer Handel wurzeln beide im Prinzip der Nachhaltigkeit. Fairness gehört seit jeher zum ganzheitlichen Grundverständnis des Biolandbaus und umgekehrt umfasst der faire Handel von Anfang an Elemente nachhaltiger Landwirtschaft. Seit mehreren Jahren hat sich der Biosektor europaweit und Bio Suisse in der Schweiz verstärkt an die Normierung des Themas Fair gemacht und Konzepte für die Umsetzung der Fairness Prinzipien innerhalb regionaler Wertschöpfungsketten in Industrieländern entwickelt. Ziel des Workshops war es, die Synergien und Problemzonen bei der Annäherung der beiden Bewegungen aufzuzeigen mit besonderem Fokus auf die Wertschöpfungsketten in der Schweiz.

Bio Suisse will auf breiter Basis faire Handelbeziehungen im Schweizer Biosektor fördern unter anderem mit einem Verhaltenskodex und Gesprächsrunden für alle Marktpartner. Im Workshop zeigten sich verschiedene Spannungsfelder: Die Konsumenten erwarten von Bio bereits heute faire Handelsbeziehungen, gleichzeitig gibt es aber eine gewisse Zahlungsbereitschaft, wenn der Nutzen explizit ausgelobt wird. Bereits heute erzielen regionale Initiativen wie Regiofair Bio Zentralschweiz mit einer Vermarktungsplattform mit fairen Produkten aus der Region einen Mehrwert. Wie verbindlich Fairness ist, hängt nicht allein von Kontrollen ab, auch wenn diese für die Glaubwürdigkeit sehr wichtig sind. Kontrollkosten können je nach Tiefe der Kontrolle erheblich sein. Es ist möglich, Fairness auch in langen und komplizierten internationalen Wertschöpfungsketten der Textilbranche zu gewährleisten. Dies zeigte die Remei AG mit ihren erfolgreichen Projekten in Indien und Tansania. Ein engerer Austausch von Erfahrungen und Know-How der bio und fair Organisationen ist für die Zukunft eine wichtige Aufgabe.

 

 

Bildnachweis:www.oekolandbau.de/©BLE, Bonn/Foto: Dominic Menzler

 

 

Zielgruppe: Fachleute und Interessierte aus dem Fairhandelsbereich, Konsumentenschutz, Politik, Landwirtschaft, verarbeitende Industrie, Handelsunternehmen

Ergebnisse: D2-V Was ist Weinqualität? Workshop mit Weindegustation

Master of Wine Jürgen von der Mark, präsentiert von Delinat

Präsentation: Master of Wine Jürgen von der Mark

Der Workshop befasste sich mit dem Begriff der Weinqualität mit dem Fokus auf ökologisch produzierte Weine. Ziel war den Teilnehmern Entscheidungshilfen zur Beurteilung von Weinqualitäten und zum Erkennen und zur Beurteilung ökologischer Qualitäten zu geben.

 

Im theoretischen Teil wurde der Qualitätsbegriff für Wein anhand klassischer Qualitätsdefinitionen erarbeitet. Deutlich wurde hierbei, dass es keinen allgemeingültigen Qualitätsbegriff für Wein geben kann. Daraus schlussfolgernd wurde auch die Problematik der Kommunikation von Weinqualität thematisiert.

 

Im praktischen Teil wurde anhand von 8 Weinen versucht die theoretisch erarbeiteten Positionen zu belegen. Es wurde deutlich, dass es verschiedene Komponenten von Weinqualität gibt die auch vom Konsumenten unterschiedlich wahrgenommen und geschätzt werden. Ausgehend von einer technischen, eher geschmacklich definierter Qualität, nimmt der Konsument, oft unterschwellig, auch Informationen zur kreativen, kulturellen und ethischen Qualität wahr und verarbeitet diese in seiner Weineinschätzung.

 

Ergebnisse: D3-V Chancen und Risiken von Label-Ratings

Max Havelaar-Stiftung Schweiz, WWF Schweiz

Präsentation: Bernadette Oehen, Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL); Jennifer Zimmermann, WWF Schweiz; Bernhard Herold, Max Havelaar; Hans Ramseier, Bio Suisse

Moderation: Mirella Wepf, Journalistin

Im Herbst 2010 legten der WWF Schweiz, die Stiftung für Konsumentenschutz und der Schweizer Tierschutz ihre Bewertung der wichtigsten Lebensmittellabels auf dem Schweizer Markt neu auf. Grund für die Überarbeitung waren diverse neue Labels. Die Bewertungskriterien wurden unter Einbezug von rund 100 Experten entwickelt.

 

Die Neubewertung zeigt: Alle beurteilten Labels bieten Vorteile gegenüber nicht gelabelten Produkten, aber nur die etablierten Biolabels - wie die Knospe oder Demeter - schaffen es, in allen Bereichen (z.B. Umwelt, Soziales, Tierwohl und Glaubwürdigkeit) zu überzeugen und wurden als „sehr empfehlenswert“ beurteilt. Labels wie Max Havelaar oder MSC, welche v.a. in einzelnen Bewertungsbereichen überzeugen oder neuere Biolabels wie „Natur Aktiv“ von Aldi oder „Biotrend“ von Lidl, welche bei importierten Produkte auf die relativ schwache EU-Bioverordnung setzen, schnitten in der Kategorie „empfehlenswert“ ab.

 

Im Rahmen dieses Workshops wurden sowohl die Potentiale als auch die Grenzen und Gefahren von Labelratings kontrovers diskutiert. Das vorliegende Labelrating wurde von den Workshopteilnehmern als sehr seriös und wissenschaftlich fundiert eingeschätzt. Anwesende Labelorganisationen schätzten das differenzierte Bild der eigenen Stärken und Schwächen, das ihnen solche Vergleiche ermöglichen und sehen es teilweise als Ansporn, sich weiter zu verbessern. Konsumenten schätzen die durch den Vergleich gewonnene Transparenz und Übersicht über den Labelmarkt.

 

Grenzen wurden insbesondere darin gesehen, dass nur die Richtlinien verglichen wurden, nicht aber die Wirkungen, da letzteres methodisch kaum durchführbar ist. Andererseits wurde kritisiert, dass im vorliegenden Vergleich jedes Label an einem umfassenden Nachhaltigkeitsanspruch gemessen wurde, egal ob inhaltlich klare Schwerpunkte setzt oder wirklich diesem umfassenden Nachhaltigkeitsanspruch genügen möchte. Auch der grösser gewordene Labelsalat bei den Bioprodukten und die mit zunehmenden Anforderungen steigenden Zeritifizierungskosten waren Thema in diesem Workshop.

 

 

Weblink: www.wwf.ch/de/tun/tipps_fur_den_alltag/essend/labels/

 

 

Zielgruppe: Fachleute von Konsumenten-, Umwelt- und Labelorganisationen sowie wissenschaftlichen Instituten, interessierte und kritische KonsumentInnen, MedienvertreterInnen, die sich mit dem Thema «Konsum und Nachhaltigkeit» befassen.

Ergebnisse: D4-N Wie konsumiere ich nachhaltig? Bildungsangebote zur Vermittlung von Entscheidungshilfen beim Einkaufen

Ökozentrum Langenbruck

Präsentation: Ev Kirst, Ökozentrum Langenbruck

Im Workshop wurden anhand von zwei ausgewählten Projekten Wege aufgezeigt, wie das Thema nachhaltiger Konsum in Bildungsprojekten aufgegriffen werden kann. Ziel der Bildungsprojekte vom Ökozentrum Langenbruck ist erlebnisorientierte, lustvolle Bildung, die zu Eigenengagement motiviert. Die Projekte orientieren sich dabei an der Bildung für nachhaltige Entwicklung.

KonsumGlobal ist eine Stadtführung von Jugendlichen für Jugendliche zu den Themen nachhaltiger Konsum und Globalisierung. Ein gemeinsamer Rundgang durch die Innenstadt verdeutlicht anhand zahlreicher Beispiele die Zusammenhänge zwischen alltäglichem Konsumverhalten und der globalisierten Welt. Handlungsalternativen für nachhaltigen Konsum werden vorgestellt. Die Stadtführung wird derzeit in Basel von einer Gruppe Freiwilliger angeboten, weitere Städte befinden sich im Aufbau.

Im Workshop Ökologie und Klimaschutz auf dem Teller blicken die TeilnehmerInnen über den Tellerrand hinaus und stellen auf einer simulierten Einkaufstour ein Menü zusammen, das die Umwelt möglichst wenig belastet.

Zentrale Anliegen in beiden Projekten sind die kritische Reflexion der persönlichen Einkaufsgewohnheiten und das Kennenlernen von Handlungsalternativen für einen nachhaltigen Konsum.

 

Zielgruppe: Interessierte, Entscheidungsträger im Bereich Bildung

Ergebnisse: D4-V Grüner und fairer Konsum – wie wird er mehrheitsfähig?

Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz (Pusch), Coop

Präsentation: Sibyl Anwander Phan-huy, Coop; Fredy Dinkel, Carbotech AG; Sara Stalder, Stiftung für Konsumentenschutz; Renate Schubert, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich / Institute for Environmental Decisions

Moderation: Ion Karagounis, Pusch

In Anbetracht unseres viel zu grossen ökologischen Fussabdrucks, der omnipräsenten Klimadebatte und der drohenden Ressourcenknappheit gilt folgende Forderung für die Zukunft: Alle angebotenen Waren sind grün und fair produziert.

 

Es stellt sich einerseits die Frage, wie viel mit freiwilligen Massnahmen erreicht werden kann und welche Art von Konsumenteninformationen sinnvoll und zielführend sind? Andererseits braucht es Rahmenbedingungen um den Prozess in die richtige Richtung zu lenken.

 

Die Konsumierenden fällen ihre Kaufentscheide nicht nur rational. Entsprechend muss rund um den grünen und fairen Konsum ein positives Lebensgefühl mit Prestigepotenzial vermittelt werden, entsprechende Vorbilder sind wichtig. Eine Grundsensibilität für Umweltthemen und soziale Fragen muss in der Bevölkerung verankert werden. Für die Glaubwürdigkeit von Produkten ist Transparenz wichtig. Hintergrundinformationen sollen abrufbar sein (z.B. auf dem Internet). Auf dem Produkt selbst sollen nur ganz wenige und sehr einfach verständliche Informationen abgebildet werden z.B. in Form eines Logos. Die Hintergrundinformationen dazu müssen aber möglichst umfassend über den ganzen Lebensweg eines Produktes wissenschaftlich erfasst, aufgearbeitet und interpretiert sein. Öko- und Sozialbilanzen leisten gute Dienste. Entsprechende Informationen sollen insbesondere den professionellen Einkäufern der Detailhandelsfirmen zur Verfügung stehen. So können interne Strategien für die Beschaffung der gesamten Produktepalette entwickelt werden, damit das gesamte Sortiment optimiert wird und nicht nur die gelabelten Produkte.

 

Würden die Produktpreise alle Kosten und die Knappheit der Ressourcen widerspiegeln, so wären grün und fair konsumierte Produkte billiger als konventionelle. Um dies umsetzen zu können, braucht es vor allem den politischen Willen, der heute noch kaum vorhanden ist. Grosse Brocken wie ökologische Steuerreformen oder CO2-Abgabe müssen konsequent umgesetzt werden. Die Beschäftigung mit Kleinigkeiten bringt wenig, kostet jedoch viel Zeit und Energie.

 

Weblinks: www.umweltschutz.ch/index.php, www.coop.ch/pb/site/nachhaltigkeit/node/64228017/Lde/index.html

Ergebnisse: D5-N Verantwortung kommt nie aus der Mode – Mehrwert in der Textilproduktionskette schaffen

Remei AG, Coop

Präsentation: Diane Gerth, Remei AG / bioRe; Emanuel Büchlin, Coop; Tobias Meier, Helvetas

Moderation: Marcel Lüdi, Coop Bildungszentrum

Am Anfang des Workshops gab es 3 kurze Input Präsentationen:

 

Tobias Meier von Helvetas zeigte die Vorteile des Bio-Baumwollanbau für die Bauernfamilien zum konventionellen Anbau auf.

Diane Gerth von der Remei AG stellte die soziale und ökologische bioRe Produktionskette vor und zeigte den Vergleich zu einer

Konventionellen Produktionskette auf.

Emanuel Büchlin von Coop präsentierte die Entstehungsgeschichte der nachhaltigen Eigenmarke Naturaline und die heutigen

Erfolge vor.

 

Danach wurde in 5 Kleingruppen die Fragestellung "Wie können wir das Angebot von Bio-Baumwolle im Schweizer Textilmarkt erhöhen".

 

Die Kleingruppen präsentierten Ihre Ergebnisse und hier die Zusammenfassungen:

 

1. Die Textilien aus Bio-Baumwolle sollten auch modisch sein, eine gute Passform haben und dürfen ja nicht "ökig" aussehen.

 

2. Das Marketing sollte modern sein und am besten von einem bekannten Model oder Schauspieler präsentiert werden.

 

3. Die Kollektion könnte von einem berühmten Gast Designer oder in Zusammenarbeit mit Modeschulen konzipiert werden.

 

4. Als wichtiger Erfolgsfaktor ist die Einbindung der Zielsetzung von Bio-Baumwollartikel in der CSR Strategie einer Unternehmung transparent zu machen und die

Entscheider der Unternehmung auch danach zu überprüfen und zu bewerten.

 

 

Weblinks: www.bioRe.ch, www.coop.ch/naturaline, www.helvetas.ch

 

 

Zielgruppe: Interessierte

Ergebnisse: D6-N Biodiversität und die Vielfalt unserer Nutztiere und Kulturpflanzen – Schweiz und Europa

SAVE-Foundation, Schweizerische Kommission zur Erhaltung der Kulturpflanzen (SKEK)

Präsentation: Waltraud Kugler, SAVE-Foundation; Wiebke Egli-Schaft, SKEK

Moderation: Waltraud Kugler, SAVE-Foundation

Eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen ist die Vielfalt von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen. Klima, Wasserhaushalt und Bodenbildung werden durch die Biodiversität geregelt. Agrobiodiversität oder „Landwirtschaftliche Vielfalt“ sind alle Teile der biologischen Vielfalt, die für die Ernährung, für die Landwirtschaft und für das Funktionieren der Agrarökosysteme wichtig sind. Dazu gehören alle Zuchtformen von Tieren, Pflanzen, Mikroorganismen und Pilzen und ihre verwandten Wildarten. Auch die "Dienstleistungen" der Agrarökosysteme gehören zur Agrobiodiversität: zum Beispiel ökologische Prozesse für die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, für die Regulation von Schädlingen und Krankheiten oder für die Bestäubung. Damit ist Agrobiodiversität ein wesentlicher Bestandteil der biologischen Vielfalt und unabdingbare Lebensgrundlage der Menschen.

 

Seit Anbeginn der Landwirtschaft wurden ca. 10‘000 Spezies zur Nahrung und für Futter verwendet. Heute ernähren 150 Kulturpflanzen fast alle Menschen. 12 Kulturpflanzen bieten 80% der Nahrungsenergie, Weizen, Mais, Reis, Kartoffel zusammen 60%. Jede Woche stirbt eine Nutztierrasse aus. Weltweit sind rund 30 Prozent der Nutztierrassen vom Aussterben bedroht. Seit 1995 ist der Anteil extrem gefährdeter Säugetierrassen von 23 auf 35% gestiegen, bei den Geflügelrassen sogar 63%.

 

Wichtige Voraussetzung zur Erhaltung der Agrobiodiversität ist eine Zusammenarbeit der drei Säulen der Erhaltungsarbeit Staat, Wissenschaft und NGOs. Der Staat schafft Rahmenbedingungen: Ratifizierung, Einhaltung und Umsetzung internationaler Verträge und Übereinkommen, Förderung durch z. B. Gesetzte und Subventionen. Die Wissenschaft bearbeitet Grundlagen, Techniken und Methoden z. B. zur Verifizierung von Sorten und Rassen. NGOs setzen sich für die Lebenderhaltung ein, erfassen durch Kontakte zu Züchtern und Haltern die Diversität und die konkrete Gefährdung, sorgen für den Austausch von Zucht- und Erhaltungsmaterial, liefern praktische Anleitung und Erfahrungsaustausch, fördern die Promotion durch z.B. Produkte. Nicht zuletzt obliegt die In-situ / on-farm Erhaltung meistens NGOs. Der verbraucher sollte zudem sensibel darauf achten, samenfeste Sorten im Garten anzubauen, lokale Produkte autochthoner Rassen und Sorten wo immer erhältlich zu konsumieren.

 

 

 

Ergebnisse: F1-N Le potager urbain, pour jardiner au pied de chez soi!

equiterre

Präsentation: Alexandre Burnand, equiterre; Jean-Noël Rochat, equiterre

equiterre a présenté son concept de potager urbain qu’elle promeut et réalise dans les villes de Suisse. Un potager urbain est un petit lopin de terre qui peut être aménagé sur les espaces résiduels non utilisés au pied des immeubles d’un quartier relativement dense, permettant aux citadins de jardiner à cinq minutes à pied de chez eux et de cultiver leurs propres fruits et légumes. Ce jardin ouvert à tous est organisé en petites parcelles de surfaces variables (entre 5 et 40 m2).

 

Le potager urbain est un projet qui comporte une forte dimension sociale. Il doit effectivement être conçu comme un espace ouvert qui vise à améliorer la qualité du cadre de vie, en réanimant la convivialité entre voisins et la rencontre des jardiniers et des passants. Des événements artistiques, culturels ou festifs peuvent être organisés pour faire vivre la vie communautaire du potager. L’impact positif sur la santé physique et mentale n’est pas non plus à négliger, par l’activité du jardinage en plein air et l’apport d‘aliments sains.

 

Le projet soigne également la dimension environnementale en promouvant le jardinage écologique : culture biologique et utilisation de produits naturels, plantation d’espèces potagères locales et anciennes et respect de la petite faune pour favoriser la biodiversité, pratique du compostage et utilisation rationnelle de l’eau.

 

Le concept est réalisé en partenariat avec les collectivités publiques ou les régies, en s’appuyant sur un processus participatif avec les habitants concernés tout au long de la mise en œuvre.

 

Information

Hélène Gaillard, equiterre

gaillard@equiterre.ch

021 341 41 10

 

www.potagersurbains.ch

 

Weblink: www.potagersurbains.ch

 

Zielgruppe: Communes, propriétaires fonciers, associations, coopératives d’habitation, écoles, grand public

Ergebnisse: F1-V L’écologie industrielle – vers une économie des ressources

Université de Lausanne, stem conseil – Solutions et techniques en éco-management

Präsentation: Théodore Besson, responsable de recherche à l’Université de Lausanne et consultant indépendant en écologie industrielle; Florian Kohler, collaborateur scientifique à l’Office fédéral de la statistique

Moderation: Anne Boesch, collaboratrice scientifique à l’Office fédéral de la statistique

L’atelier a porté sur les concepts de l’écologie industrielle développés notamment à l’Université de Lausanne et sur ceux de la comptabilité environnementale réalisée au niveau national par l’Office fédéral de la statistique. Ces approches permettent de décrire le « métabolisme » physique de l’activité économique, aussi bien au niveau d’un groupe d’entreprise, qu’à l’échelle nationale. Concrètement tous les flux physiques entrants (par ex. ressources naturelles) ou sortants (par ex. : émissions dans l’air) d’un système économique (entreprise, économie nationale, …) sont recensés et dans certains cas suivis dans le temps. Ceci permet de mettre par exemple en évidence les flux de matières problématiques pour l’environnement et d’étudier les potentiels d’amélioration de l’efficacité matérielle de l’économie. Le potentiel de diminution de l’impact sur l’environnement et les atouts pour l’économie que représente l’écologie industrielle ont été présentés.

 

Les principaux points de discussion ont porté d’une part sur l’importance de la vulgarisation des méthodologies tant de l’écologie industrielle que de la comptabilité environnementale, et d’autre part sur les questionnements des consommateurs sur les bons choix à faire dans la perspective de minimiser leur impact sur l’environnement.

 

Zielgruppe: Professionnels du public et du privé, étudiants, grand public, tous les acteurs de la société sont concernés par l’écologie industrielle!

Nicht durchgeführt: B3-V Kundenbedürfnisse und -informationen auf dem Automarkt Besoins des consommateurs et informations sur le marché de l’automobile

Verkehrsclub der Schweiz VCS
Association Transport et Environnement ATE

Präsentation: Caroline Beglinger, VCS

Moderation: Moritz Christen, VCS

Wir diskutieren mögliche Instrumente – von Information über Anreize bis zu gesetzlichen Regelungen – welche helfen, schädliche Emissionen der Personenwagen möglichst rasch und nachhaltig zu senken.

Il est question des instruments – depuis les informations sur les incitations jusqu’aux lois existantes – qui aident à diminuer les émissions nocives des véhicules privés le plus rapidement et le plus durablement possible.

 

Weblinks: www.autoumweltliste.ch, www.ecomobiliste.ch

 

Zielgruppe: Konsumenten, Umweltinteressierte, PolitikerInnen, Entscheidungsträger/ Consommateurs, personnes intéressées par l’environnement, politiques, décideurs

Nicht durchgeführt: D5-V Energieeffizienz bei Elektrogeräten – Erfolgversprechende Strategien

WWF Schweiz

Präsentation: Michael Kaufmann, Bundesamt für Energie; Eric Bush, Schweizerische Agentur für Energieeffizienz; Carin Boetsch, Coop

Moderation: Felix Meier, WWF Schweiz

Elektrische Geräte sind heute effizienter als früher. Doch das Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft. Welche Instrumente braucht es, damit effiziente Geräte selbstverständlich sind? Genügen Appelle und Labels? Welche Rollen sollen dabei der Staat, die Wirtschaft und die NGOs spielen?

 

Weblinks: www.bfe.admin.ch, www.topten.ch, www.wwf.ch

Zielgruppe: Elektrogeräte-Branche, Umwelt- und KonsumentInnen-Organisationen, Behörden und Elektrizitätswerke

Workshopbeschrieb: B1-N Le swap, une monnaie complémentaire pour valoriser l’usage des biens Der Swap, eine alternative Währung, um den Nutzen von Gütern zu steigern

Association easyswap

Präsentation: Jonathan Rochat (FR), Association easyswap; Alice Zoller (DE), Association easyswap

Nos biens, pour partie, ne sont utilisés que de manière ponctuelle. Une monnaie complémentaire peut-elle participer à rendre ces biens utiles à un plus grand nombre? Et ainsi contribuer à réduire l’empreinte écologique de ces derniers?

 

Unsere Güter werden nur teilweise bis ans Ende ihrer Lebensdauer genutzt. Kann eine alternative Währung dazu beitragen, den Nutzen eines Gutes zu mehren, indem es für neue Käufer zugänglich gemacht wird? Und daher dazu beitragen, die Umweltbelastung von Gütern zu senken?

 

 

Zielgruppe: Entreprises et particuliers

Workshopbeschrieb: B1-V Labellisation des forêts – juste une question d’image? Labelisierung von Wäldern – eine Imagefrage?

Service des Forêts, de la Faune et de la Nature du canton de Vaud

Präsentation: Miklos Irmay, FSC Suisse; Jan Matti Keller, la Forestière ; M. Stefan Flückiger, Association des propriétaires de forêts bernois

Moderation: Stefan Brülhart, HESA Zollikofen

En Suisse, la loi sur la forêt est si restrictive que la labellisation ne relève pas d’une nécessité écologique. De plus, le bois certifié n’offre que peu d’avantages économiques. Mais sur un marché compétitif, au sein duquel la certification est un argument marketing incontournable, peut-on encore se passer de labels?

 

In der Schweiz ist das Forstgesetz genügend restriktiv, dass ein Label keine ökologi-sche Notwendigkeit hat. Weiter erbringt Holz nur wenig wirtschaftliche Vorteile. Aber kann in einem kompetitiven Markt, in dem eine Zertifizierung ein wichtiges Marketingargument ist, auf ein Label verzichtet werden?

 

Weblink: www.fsc-schweiz.ch

 

Zielgruppe: Communes, cantons, professionnels de l’environnement, professionnels de la forêt

Workshopbeschrieb: B2-N Deklarationspflicht für Holz und Holzprodukte – im Interesse der Transparenz La déclaration obligatoire pour le bois et les produits dérivés du bois – dans l’intérêt de la transparence

Büro für Konsumentenfragen (BFK), Bundesamt für Umwelt (BAFU)

Bureau fédéral de la consommation (BFC), Office fédéral de l’environnement (OFEV)

Präsentation: Jacques Vifian, BFK; Marco Zanetti, BAFU

Die Verordnung über die Deklarationspflicht für Holz und Holzprodukte ist am 1.10.2010 in Kraft getreten. Der Workshop informiert und sensibilisiert über den gezielten Einkauf von Holz und Holzprodukten aus deklarierter Holzart und Herkunft.

L’ordonnance sur la déclaration obligatoire du bois et des produits en bois est entrée en vigueur le 1.10.2010. L’atelier informe les participants et les sensibilise à acheter du bois et des produits en bois d’espèces et de provenances déclarées.

 

Zielgruppe: Konsumentinnen und Konsumenten, Betriebe der Holzverarbeitung und des Handels mit Holzprodukten/ Consommatrices et consommateurs, Entreprises d’exploitation du bois et faisant du commerce avec des produits à partir du bois

Workshopbeschrieb: D1-N Wertschöpfung und Ökologie im Berggebiet

alpinavera, Coop

Präsentation: Jasmine Said Bucher, alpinavera; Andi Schmid, Bio Grischun; Basil Mörikofer, Coop

Im Workshop werden die Chancen der Zusammenarbeit zwischen Produzenten und Vermarktern aufgezeigt, wie die Wertschöpfung und Ökologie im Berggebiet erhalten bleiben kann. Zudem werden die Zuhörer/-innen über innovative und nachhaltig hergestellte Produkte und Produktionsformen aus dem Berggebiet informiert.

 

Weblink: www.alpinavera.ch

 

Zielgruppe: Konsumenten, Produzenten, Fachhörer aus Einkauf und Vermarktung

Workshopbeschrieb: D2-N Friendly Fur – massvoller Konsum und verantwortungsbewusster Luxus

ENGEE & Friendly Fur

Präsentation: Nikolas Gleber, ENGEE / Friendly Fur

Friendly Fur zeigt auf, wie ein Material zum Nutzen der Artenvielfalt enttabuisiert wird. Vorgestellt werden die Grundsätze, nach denen «Fur» als «friendly» bezeichnet werden kann. Während des Vortrages findet ein Fotoshooting statt, um zu demonstrieren, wie ein Produkt unmissverständlich wertvoll positioniert werden kann und Wissen versus Emotionen den Kaufentscheid beeinflusst.

 

Weblinks: www.engee.de, www.friendlyfur.de

 

Zielgruppe: Händler im Luxussegment, Bekleidungsfirmen, BWL-/Marketing-Studenten, Werbeagenturen, PR-Agenturen, Umweltorganisationen, Wirtschaftsunternehmen, Presse

Workshopbeschrieb: D3-N Landwirtschaft in der Agglomeration

Naturama Aargau

Präsentation: Thomas Baumann, Naturama

Moderation: Martin Bolliger, Naturama

Welche Aufgabe haben Landwirtschaftsbetriebe in der Agglomeration? Am Beispiel des innovativen Landwirtschaftsbetriebes Galegge in Suhr (Agglomeration Aarau) wird dargestellt, wie ein Bauernbetrieb seit über 10 Jahren erfolgreich naturnahe Nischenprodukte mit hoher Qualität produziert und daneben gezielte Öffentlichkeitsarbeit und aktive Landschaftsaufwertung betreibt. Einmalig ist zudem die Zusammenarbeit mit dem Naturmuseum Naturama in Aarau.

Zielgruppe: Raumplaner, Ökobüros, Naturschutzämter, Landwirtschaftsberater, Landwirte

Workshopbeschrieb: F2-N Producteurs et consommateurs ensemble!

Les Jardins de Cocagne, société coopérative & Fédération Romande de l’Agriculture contractuelle de proximité

Präsentation: Michèle Goepfert, Les jardins de Cocagne; Natacha Porcher, Fédération romande de l'agriculture contractuelle de proximité

Chaque semaine, un cornet de légumes bio, cultivés dans le canton, fait le plaisir des 420 familles de coopérateurs des Jardins de Cocagne. En 30 années, l'agriculture contractuelle de proximité en Suisse romande, c'est déjà une belle histoire!

 

Zielgruppe: Toutes personnes intéressées

Workshopbeschrieb: F3-N Green E-Value et Smart Metering – more than smart!

Services Industriels de Lausanne (SIL), neo technologies, Signa-Terre

Präsentation: Georges Ohana, SIL; Bruno Barbarin, neo technologies; Laurent Isoard, Signa-Terre

Moderation: Georges Ohana, SIL

Démontrer l’efficacité de la technologie de Smart Metering conjuguée à la mise en place d’indicateurs de performance énergétique permettant de responsabiliser l’utilisateur final sur ses consommations d’électricité, d’eau et de chaleur.

 

 

Zielgruppe: Collectivités publiques, distributeurs d’énergie, propriétaires immobiliers, grand public

Nachhaltigkeitsorientiertes Management

Ergebnisse: D10-N Wie vermarktet man Biodiversitätsprodukte? Fallbeispiele und Innovationen aus der Vermarktung von Hochstammprodukten

Hochstamm Suisse, Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz

Präsentation: Stephan Durrer, Hochstamm Suisse; Simon Gisler, Hochstamm Seetal AG; Simona Matt, Coop; Michael Schaad, SVS/BirdLife Schweiz; Monika Schweizer, Hochstamm läbt

Moderation: Stephan Durrer, Hochstamm Suisse

Die Erhaltung der Biodiversität ist ein ethisches Ziel. Der Konsum von Produkten aus wertvollen Landschaften kann ein Mittel darstellen, um dieses Ziel zu erreichen. Die Schwierigkeit bei der Vermarktung besteht darin, dass die Konsumenten keinen direkten Nutzen von Biodiversitätsprodukten haben. Vielmehr muss vermittelt werden, welche Werte hinter dem Produkt stecken.

 

Die Kernfragen des Workshops lauteten daher: Wie bringt man einen indirekten Kundennutzen an den Konsumenten? Was sind die Erfolgsfaktoren und Stolpersteine bei der Vermarktung von Biodiversitätsprodukten?

Diese Fragen wurden anhand von vier Vermarktungsinitiativen von Hochstammprodukten angegangen.

 

Im Baselbieter Dorf Titterten versucht das Projekt „Hochstamm läbt“ mit Events wie Mosttage für die lokale Bevölkerung eine Identifikation mit der Landschaft und ihren Produkten zu schaffen.

 

Das Aargauer und Luzernen Seetal vermarktet sich als Kulturlandschaft, die mit regionalen Hochstammprodukten und Tourismusangeboten die regionale Wertschöpfung erhöhen will.

 

Die Organisation Hochstamm Suisse vergibt ein Gütesiegel für Hochstammprodukte und appelliert dabei an die „Swissness“. Solche zertifizierten Produkte finden sich bei Coop, der damit aufzeigt, dass eine Vermarktung von Hochstammprodukten über Grossverteiler möglich ist.

In der Diskussion werden für die Vermarktung von Hochstammprodukten folgende Punkte herausgestrichen:

• Biodiversität als Verkaufsargument für Lebensmittel ist abstrakt. Im Vordergrund stehen primär qualitativ und geschmacklich hervorragende Produkte. Der Mehrwert Biodiversität am Verkaufsort wird über Geschichten und Bilder vermittelt. Auf lokaler Ebene kann der Zusammenhang Biodiversität und Produkt als Erlebnis vermittelt werden.

• Coop zeigt, dass Mengeneffekte bei Biodiversitätsprodukten über Grossverteiler möglich sind. Um über Aufpreisvermarktung einen Mehrwert am Markt realisieren zu können, braucht es aber auch die Vermarktung von Spezialitäten über lokale und regionale Verkaufstrukturen.

 

 

Weblink: www.hochstamm-suisse.ch

 

Ergebnisse: D6-V Cradle to Cradle® Design Workshop

EPEA Switzerland

Präsentation: Albin Kälin, EPEA; Andreas Schlaepfer, EPEA; Walter Eschenmoser, EPEA

Cradle to Cradle® Design definiert und entwickelt kreislauffähige Produkte. Die Produkte zeichnen sich durch ihre Wirtschaftlichkeit, geringe oder keine Umweltbelastung und hohe Verbraucherfreundlichkeit aus. Sie implizieren einen Paradigmenwechsel der industriellen Produktion und Produkte. Nicht nur Form, Funktionalität und Inhaltsstoffe werden durch das innovative Design neu definiert. Cradle to Cradle® Design Produkte erreichen in erster Linie eine neue Dimension von Qualität und Sicherheit in endlosen Kreisläufen.

 

Im Cradle to Cradle® Design Workshop haben die 22 Teilnehmer nach dem Kriterium der Kreislauffähigkeit aktiv und kreativ in 3 Gruppen folgende Produkte gestaltet und vorgestellt:

1. Haushalt Kaffeemaschine 2. Behälter für Essig, Öl Produkte 3. Zahnbürste

 

Die Kriterien umfassten die Kreislaufszenarien (biologisch/technisch), Innovationsfelder, Produktkriterien, Rohstoffe und Inhaltsstoffe

2011 EPEA SWITZERLAND GmbH

(Chemikalien) Bewertung, Phase Out Plan: X Substanzen, Implementierung Prozesse in der Lieferkette, gewählte Strategie Kreislaufszenarien, Cradle to Cradle® Zertifizierung ja/nein, Entwicklung Rücknahmekonzept, Einflüsse auf Geschäftsopportunitäten, Einflüsse Verhalten der Konsumenten.

 

Ergebnisse: Das Denken in Kreisläufen muss erlernt werden. Die Sinnhaftigkeit von Produktaspekten erscheint in neuen Facetten. Qualität wird in einer viel weiteren Dimension betrachtet als bei herkömmlichen Produkten. Komplexität wird vereinfacht und fassbarer.

 

Feedback: Gute Rückmeldungen, Erwartungen erfüllt, Teilnehmer haben erfahren, dass Cradle to Cradle Design sich zuerst mit der Qualität eines Produktes befasst, bevor quantitative Überlegungen gemacht werden.

 

 

Weblink: www.epeaswitzerland.com

 

Ergebnisse: D7-N The «Carbon Neutral Company» – visionäres Leitbild oder unhaltbares Versprechen?

BHP Brugger und Partner AG

Präsentation: Dr. Richard Vögeli, BHP Brugger und Partner AG; Georg Weinhofer, Coop

Moderation: Dr. Richard Vögeli, BHP Brugger

Als Einstieg ins Thema skizzierte Dr. Richard Vögeli von BHP – Brugger und Parter die Schlüsselfragen, welche ein Unternehmen beantworten muss, um ein für sie passendes und effizientes CO2 – Management umsetzen zu können.

Warum soll ein Unternehmen überhaupt ihren CO2 – Fussabdruck reduzieren? Es gibt klare finanzielle, regulative, operative und Reputations Gründe warum jedes Unternehmen ihr CO2 – Management strukturiert und ambitiös angehen sollte.

 

Worüber sprechen wir? Welches ist die Systemgrenze? Ein Unternehmen muss wissen wo die Systemgrenzen sind. Welche Treibhausgase gehen sie etwas an und bis wohin können sie Einfluss nehmen.

Was wollen, sollen und können wir erreichen? Hier stellt sich die Gretchenfrage. Will das Unternehmen Klimaneutralität oder stimmt für sie ein ambitioniertes Reduktionsziel?

 

Wieviel darf die Emissions-Reduktion kosten? Kosten sind nicht gleich Kosten. Wo investieren wir mit Profit? Wo ist die Messlatte?

Welches ist der Zeithorizont? Der Zeithorizont kann von Firma zu Firma unterschiedlich sein. Wichtig ist, einen Termin zu setzen und diesen zu kommunizieren.

 

Anschliessend erklärte Dr. Georg Weinhofer wie Coop ihre Verantwortung zum Klimaschutz wahrnimmt und bis im Jahr 2023 die CO2-Neutralität erreichen wird. Die CO2-Neutralität wird erreicht, indem zuerst bis 2023 alle technisch möglichen und finanziell zweckmässigen Massnahmen ergriffen werden, um die verursachten absoluten direkten, indirekten und vorgelagerten CO2-Emissionen so weit wie möglich zu reduzieren. Derjenige Teil der CO2-Emissionen, der nur in Verbindung mit unverhältnismässigen Kosten oder gar nicht vermieden werden kann, wird ab 2023 über hochwertige Projekte kompensiert. In der Zwischenzeit befindet sich Coop auf dem Weg zur CO2-Neutralität. Eine Potenzialanalyse und die Anwendung von innovativen Grundsätzen haben dazu geführt, dass ein Massnahmenpaket verabschiedet wurde, welches den absoluten CO2-Austoss bis 2023 um rund 50% gegenüber 2008 reduziert.

 

In der Diskussion wurde der Begriff der CO2 – Neutralität nicht angezweifelt. Es schien allen klar, dass die Industrie bei den Emissions-Reduktionen vorangehen muss. Die Anwesenden waren primär an der Klärung von Detailfragen durch Coop interessiert.

 

 

 

Weblinks: www.bruggerconsulting.ch, www.coop.ch/nachhaltigkeit

 

Ergebnisse: D8-V Emissionskompensation und ihr Mechanismus – Interne und externe Kommunikation

myclimate

Präsentation: Moritz Leuenberger, Bundesrat a.D. (angefragt); Matthias Leisinger, Kuoni; Regula Ochsner, ADES;
Ueli Anken, Switcher; René Dobler, Geschäftsleiter Schweizerische Stiftung für Sozialtourismus; Thomas Hürzeler, Hürzeler AG, Inhaber und Geschäftsführer; Herbert Konrad, Seat bei AMAG

Moderation: René Estermann, myclimate

Ziel des Workshops: Was bedeutet Emissionskompensation? Wie funktioniert dieser Mechanismus? Wie kann dieser transparent an Mitarbeiter und Kunden kommuniziert werden? Am Beispiel des Kompensationsmechanismus der Zürcher Stiftung und ETH-spin off myclimate werden diese und weitere Fragen erörtert und konkrete Massnahmen zur Umsetzung vorgestellt.

 

Inhalt des Workshops: Die beste Lösung kann nur in der Vermeidung bzw. Reduktion von Emissionen liegen. Die Kompensation versteht sich als zweitbeste Lösung: die Reduktion von Emissionen an anderer Stelle, um unvermeidbare Emissionen aus Konsumentscheidungen ganz oder teilweise auszugleichen.

 

(a) Emissionskompensation und ihr komplexer Mechanismus

(b) Interne und externe Kommunikation des Mechanismus

(c) Verbraucher: Einfache Möglichkeit zur Beteiligung am Klimaschutz durch individuelle Konsumentscheidungen ohne Komforteinbussen.

(d) Unternehmen: Verbesserung der Marktposition und des Unternehmensimages durch glaubhafte, klimafreundliche Produkt- und Dienstleistungsangebote.

 

Ablauf myclimate-Workshop Begrüssung René Estermann

kurze Einführung durch René Estermann

(1) Vorstellung der Workshopteilnehmer

(2) Kurze Vorstellung der eigenen Organisation und im speziellen Ihr myclimate-Engagement und Ihre Motivation

(3) Wie wird das Prinzip „do the best – offset the rest“ in Ihrer Organisation umgesetzt?

(4) Umfassende Einführung zum Mechanismus der CO2-Kompensation als ein Keypoint

(5) Firmenstatements zur Klimaschutzstrategie und Kompensation Kuoni, Seat, Schweizer Jugendherbergen, Hürzeler Drucker

 

Ergebnisse

• CO2-Kompensation wird von Kunden mehrheitlich sehr positiv aufgenommen, einfache Platzierung ist wichtig für Kunden: in Produkt obligat einbinden (max. opt-out) v.a. wenn Betrag nicht gross, wenn Betrag grösser (z.B. Flugreisen) wettbewerbspolitisch schwierig, wenn kein verbindlicher Branchenstandard gilt

• Konkrete, aktive Kommunikation intern bei Mitarbeitern und auch gegenüber Kunden wichtig: beispielsweise wo Gelder verwendet werden, konkrete Projekte zeigen, etc.

• Der globale Einsatz der Kompensationsgelder ist wichtig für zur Erreichung eines hohen Wirkungsgrades und für den Technologietransfer in Schwellen- und Entwicklungsländer.

• Glaubwürdigkeit und Vertrauen mit Kompetenz, Effizienz, Transparenz und Wirksamkeit sind immens wichtig. Deshalb sind glaubwürdige Organisation wie myclimate, als gemeinnützige Stiftung, sehr wichtig. Sie gelten quasi als Treuhänder für Emissionsreduktionen.

• Es hat diverse undurchsichtige Mitbewerber am Markt, was die Entscheidung für Kunden schwierig/intransparent macht.

• Einbettung der Kompensation in generelles Klimaschutzengagement der Unternehmen wichtig (Credo: „we do our best and offsett the rest“). Wünschenswert: Vermeidung, Reduktion und Kompensation erfolgen gleichzeitig, nicht eins nach dem anderem. Die CO2-Kompensation hat den grossen Vorteil, dass sofort sehr umfassend gehandelt, nämlich CO2 reduziert, werden kann.

• myclimate engagiert sich neben der CO2-Kompensation in der Klimabildung und im Dienstleistungsbereich Carbon Management Services.

 

Weblink: www.myclimate.org

 

Zielgruppe: Fachpersonen, NGOs, Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Verbänden, Interessierte

Ergebnisse: D9-V Prinzipien des Managements nachhaltiger Produktionsketten

NATUR, Toyota

Präsentation: Matthias Freise, Universität Kassel; Philipp Rhomberg, General Director Toyota Schweiz; Dr. H. Becker, Leiter Institut für Wirtschaftsanalyse und Kommunikation, Autor von «Phänomen Toyota – Erfolgsfaktor Ethik»

Moderation: Dr. H. Becker, Leiter Institut für Wirtschaftsanalyse und Kommunikation

Es ist ein international etabliertes Managementprinzip, dass «muda» (japanisch für Abfall) durch «kaizen» – Prozesse der kontinuierlichen Verbesserung – vermieden werden soll. Ziel des Workshops ist es, unter Beteiligung von im Bereich führenden Wissenschaftlern, Produktionsleitern und Managementexperten Prinzipien zu begründen, welche die noch junge Wissenschaft über nachhaltige Produktionsketten mit den jahrzehntelangen Erfahrungen hinter den Managementprinzipien des «Toyota-Weges» koppelt.

 

Ergebnisse:

In der Herstellung von Produkten liegt ein riesiges Potential zur Reduktion der Ressourcenverschwendung. So hat Toyota beispielsweise die Menge an Sondermüll pro Fahrzeug von 8kg auf null gesenkt und rezykliert die Batterien heute zu 100%.

 

Ob dieses Potential ausgeschöpft wird, hängt entscheidend von der Geisteshaltung, von der Vision und der inneren Überzeugung des Managements ab („Der Fisch stinkt vom Kopf“). Bei Toyota ist diese Geisteshaltung tief im Betrieb verankert.

 

Für den Erfolg sind betriebliche Faktoren wichtig: Unternehmen müssen eine langfristige Perspektive einnehmen, in dem sie etwa langfristige Paybackzeiten für Investitionen einkalkulieren. Mitarbeiter-Orientierung und deren Einbezug sind ebenfalls entscheidende Aspekte.

 

Zu den Rahmenbedingungen, welche Innovationen fördern, gehören die Internalisierung der externen Kosten und Transparenz, wobei hier die Vergleichbarkeit der Produkte sowie der Nachhaltigkeitsberichte angesprochen sind.

 

Zielgruppe: Management, Wissenschaft, Nachhaltigkeitsinteressierte, Geschäfts- und Produktionsleitende

Ergebnisse: F2-V Politique d’achat: une prise de responsabilité – comment lever les obstacles?

Ville d’Onex

Präsentation: Anne Du Pasquier, cheffe suppléante section développement durable, ARE ; Viviane Keller, cheffe de l'Unité développement durable, Etat de Vaud; Sarah Huber, déléguée à l'énergie et à l'Agenda 21 de la Ville de Nyon

Moderation: René Longet, Ville d’Onex

«La politique d’achat est un levier essentiel du développement durable, elle agit en mettant en évidence des critères négligés sur le marché et offre par là même des opportunités de changement.

Comment lever les obstacles, comment faire appliquer les critères pertinents par les acheteurs?

Cet atelier réunit les acteurs des trois niveaux institutionnels, Confédération, canton et commune pour faire le point ensemble sur les enjeux d’une bonne pratique d’achats favorisant des choix dans le sens du développement durable.»

 

La politique d'achat des collectivités est un levier non négligeable pour agir sur les qualités des biens et services dans le sens du développement durable, à savoir de l’intégration de critères écologiques et sociaux dans la définition de la qualité d’un bien et d’un service. Ensemble elles dépensent annuellement un montant de 40 milliards, ce qui est évidemment conséquent.

 

Parmi les obstacles à cette évolution, l’atelier a mis en exergue :

• Le manque d’information et de connaissances.

• Le manque de soutien politique.

• Des difficultés liées à la taille de la collectivité.

• Le frein que pourrait constituer la législation sur les marchés publics qui obligeraient à adjuger au meilleur marché.

 

Les réponses sont à rechercher dans la sensibilisation à tous les niveaux, et la mise en réseau des bonnes pratiques. De nombreux documents issus de la Confédération et des cantons en particulier permettent de concrétiser les démarches ; être en réseau est très important, car on ne peut pas gérer ces enjeux complexes seul. Les labels peuvent aider à faire les bons choix, mais une garantie absolue du respect de tous les critères du développement durable n’est pas possible sur un marché mondialisé avec un grand nombre de sous-traitants.

La formalisation des procédures d’achat souvent empiriques permet également de faire des économies qui peuvent être réinvesties dans de nouvelles approches de la qualité. Concernant les marchés publics, l’adjudication se fait effectivement au mieux disant, mais par rapport au cahier de charges et au niveau de qualité préalablement définis. Enfin, le soutien politique permettra de justifier des prix parfois un peu plus élevés pour les qualités écologiques et sociales désirées.

 

 

Weblink: www.onex.ch

Workshopbeschrieb: D7-V Arbeitgeber fördern nachhaltiges Energie- und Konsumverhalten von Mitarbeitenden – im Büro und zu Hause. Möglich? Erwünscht?

ETH Zürich, Gammarus GmbH

Präsentation: Hans-Jörg Ruf, Leiter Nachhaltigkeit, Bank Coop BKB; Katrin Oswald,
Coop; Prof. Dr. Renate Schubert, Institutsleiterin IED, ETH Zürich; Christina Schiesser, Fachspezialistin Umwelt und Sicherheit, Ernst Schweizer AG; Res Witschi, Projektleiter Corporate Responsibility, Swisscom

Moderation: Dr. Tania Schellenberg, Gammarus GmbH

Immer mehr Firmen fördern nachhaltiges Verhalten von Mitarbeitenden – auch im Privaten. Wie kann dieses Potenzial genutzt werden, ohne dass die Privatsphäre verletzt wird? Welche Massnahmen sind machbar und finden Akzeptanz?

 

Wir laden Sie ein, dies mit uns anhand von konkreten Beispielen zu diskutieren.

 

Weblink: www.klima-challenge.ch/workshop

 

Zielgruppe: Firmen, Institutionen, Organisationen

Workshopbeschrieb: D8-N Wie schlimm sind Bananen? Die CO2-Bilanz als Grundlage für eine klimafreundliche Produkteoptimierung

Chiquita, Climatop, myclimate

Präsentation: Ralph Huggel, Chiquita; Thomas Kägi, myclimate

Was braucht es, dass ein Produkt als besonders klimafreundlich bezeichnet werden kann? Detaillierte, in Zusammenarbeit mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) und myclimate entwickelte Life-Cycle-Analysen zeigen die Klimaeinflüsse in der Produktionskette einer Banane im Vergleich zu anderen Produkten auf. Optimierungspotenziale werden von Chiquita und Climatop am Beispiel der Banane exemplarisch aufgedeckt. Gemeinsam mit den Workshopteilnehmenden werden «Lessons learned» extrahiert, kritisch beleuchtet und die Übertragbarkeit auf weitere Produkte diskutiert.

 

Zielgruppe: Unternehmen, NGOs, Wissenschaft und Politik

Workshopbeschrieb: D9-N Chancen und Herausforderungen im Marketing von ökologisch ausgerichteten Unternehmen

Delinat

Präsentation: Jürg Weibel, Delinat und MARKETHINK Unternehmensberatung

In Zeiten von Greenwashing und LOHAS-Hype entstehen neue

Marketing-Herausforderungen – gerade für wirklich ökologisch ausgerichtete Unternehmen. Wie soll damit umgegangen werden, dass wahre Werte plötzlich simplifizierenden Greenwashing-Botschaften gegenüberstehen? Delinat setzte von Beginn an und damit seit 30 Jahren ausschliesslich auf biologisch angebaute Weine. Ein Blick aus Erfahrung in die Zukunft, der aufzeigt, wie sich eine ökologische Ausrichtung mit ökonomischem Erfolg verbinden lässt.

 

Zielgruppe: Ökologisch ausgerichtete Unternehmen/Abteilungen/Branchen, Marketing- und Kommunikations-Mitarbeiter, Interessierte

Brennpunkte

Ergebnisse: B3-N Konsum in Europa und dessen Einfluss auf die Bevölkerung und die Biodiversität im Süden (Sur-)Consommation en Europe: impact sur les pays du Sud, leurs populations et leur biodiversité

Pro Natura, Friends of the Earth Europe (FoEE), SWISSAID

Präsentation: Mute Schimpf, FoEE; Tina Goethe, SWISSAID

L’atelier a permis d’illustrer au travers de deux catégories de cultures, l’impact colossal des comportements de consommation du Nord (Europe) sur le Sud, en montrant l’essor des cultures industrielles dans les pays du Sud et de ses conséquences désastreuses : destruction accélérée des milieux naturels (forêts et savanes tropicales), atteintes à la souveraineté alimentaire, gaspillage des ressources naturelles, problèmes sociaux de toutes natures.

 

L’exemple du soja (Mute Schimpf, FoEE) montre la dépendance inouïe et de l’agriculture européenne par rapport à ce produit, suite à l’abandon de cultures traditionnelles de légumineuses fourragères pour l’alimentation du bétail. L’impact écologique (destruction des milieux naturels, pollution par les pesticides, diffusion d’OGM) et social (santé publique, expulsion des paysans, chômage) dans le Sud est illustré par l’exemple du Paraguay et du Brésil notamment.

 

Les agrocarburants (Tina Goethe, SWISSAID) sont un autre cas d’école : les conséquences dramatiques de l’essor de leur culture dans le Sud pour la production d’éthanol ou de gazole (diesel), destinés à la mobilité des habitants du Nord, sont de mieux en mieux connues. Ce développement aggrave les problèmes climatiques au lieu de contribuer à les résoudre, constitue une des principales causes de la disparition des forêts tropicales (Asie du Sud-Est, Amérique du Sud) et contribue gravement à la crise alimentaire, en concurrençant la production de plantes vivrières et en contribuant au phénomène de l’accaparement des terres (Afrique). La politique suisse en matière d’importation d’agrocarburants a également été abordée, avec la pétition en cours et les propositions de durcissement des conditions d’introduction sur le marché.

 

Ergebnisse: B5-V Die Qualitätsstrategie der schweizerischen Land- und Ernährungswirtschaft, das Erfolgsrezept für Bauern und Umwelt? Stratégie de qualité pour l’économie alimentaire et l’agriculture suisses: la recette du succès pour les paysan

Bundesamt für Landwirtschaft (BLW)

Office fédéral de l’agriculture (OFAG)

Präsentation: Jacques Chavaz, Bundesamt für Landwirtschaft; Mathieu Fleury, Fédération Romande des Consommateurs; Fritz Rothen, IP Suisse; Monique Perrottet, Vitiswiss; Nadine Degen, Schweiz. Bauernverband; Jasmine Said Bucher, IG Regionalprodukte ; Rico Kessler, Pro Natura

Moderation: Franziska Wirz, NZZ (angefragt)

B5-V: Die Qualitätsstrategie der schweizerischen Land- und Ernährungswirtschaft, das Erfolgsrezept für Bauern und Umwelt?

 

Jacques Chavaz, stellvertretender Direktor des Bundesamt für Landwirtschaft, betonte in seinem Inputreferat, dass die Qualitätsstrategie der Schweizerischen Land- und Ernährungswirtschaft ein vielversprechender Weg sei. Einerseits könne so dem Wunsch der Konsumentinnen und Konsumenten nach hochwertigen Lebensmittel entsprochen werden. Anderseits soll aber auch die Qualität der land- und ernährungswirtschaftlichen Produkte und Prozesse besser in Wert gesetzt werden. Um angesichts der sich öffnenden Grenzen erfolgreich bestehen zu können, brauche es primär ein Commitment der ganzen Wertschöpfungskette zu einer gemeinsamen Strategie. Seitens des Bundes stehe der Ausbau der unterstützenden Instrumente im Vordergrund.

 

In der anschliessenden Podiumsdiskussion diskutierten Bauern-, Konsumenten- und Umweltvertreter, inwiefern die Qualitätsstrategie ihre eigenen Ziele und Interessen abbilde und wo weiteres Entwicklungspotential herrsche. Man war sich weitgehend einig, dass die Schweizerische Land- und Ernährungswirtschaft auf qualitativ hochstehendem Niveau produziert und im internationalen Vergleich eine führende Rolle einnimmt. Es sei darum sinnvoll, die Zusammenarbeit innerhalb der Wertschöpfungsketten auszubauen, wobei als gute Beispiele „IP Suisse“ und verschiedene Regionalprodukte genannt wurden. Weiter wurde festgestellt, dass bezüglich einer weiteren Ökologisierung der Schweizer Landwirtschaft noch Potential bestehe. Als Beispiel wurde eine graslandbasierte Schweizer Milchproduktion, welche in geringerem Ausmass als heute auf Kraftfutterimporten basiert, genannt. Kontrovers wurde die Frage diskutiert, ob die Konsumenten auch beim Kaufentscheid qualitätsbewusst seien oder ob die Qualitätsstrategie sie sogar überfordere.

Zielgruppe: Fachleute von NGOs, kantonale und lokale Behörden, LandwirtInnen, PolitikerInnen/ Spécialistes d’ONG, autorités cantonales et locales, agriculteurs, politiques

Ergebnisse: B6-V Das Geschäft mit der Biodiversität Le business autour de la biodiversité

Forum Biodiversität Schweiz und Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz / Forum Biodiversité Suisse et Association Suisse pour la Protection des Oiseaux ASPO/BirdLife Suisse

Präsentation: Alexandra Ottinger, Lush Switzerland AG, Barbara Roslow, Alternative Bank Schweiz, Walter Nägeli, Alternative Bank Schweiz

Moderation: Elisabeth Karrer, Forum Biodiversität Schweiz, Pascale Larcher, Forum Biodiversité Suisse

Resultate / Résultats

 

Diskussion Alternative Bank Schweiz:

 

Die Alternative Bank Schweiz benutzt folgendes Schema, um Aktien zu bewerten:

1. Abfrage von Daten aus den Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichten der Unternehmen über die internationale Datenbank Asset 4

2. Aus- oder Einschliessung der Unternehmen durch die Anwendung von Positiv- und Ausschlusskriterien (sogenannter Ethikfilter).

3. Prüfung der Wirtschaftlichkeit des Unternehmen

4. Beurteilung durch das Investitionsgremium in Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung

 

Die DiskussionteilnehmerInnen fanden zunächst wichtig, dass im Investitionsgremium Sachkompetenz zu Natur und Landschaft aufgebaut wird. Da in diesem Gremium mehrheitlich Personen mit wirtschaftlichem Hintergrund sitzen, ist es wichtig diese Kompetenz mit Hilfe externer Partnerschaften zu fördern. Als ebenfalls entscheidend wurde angesehen, dass das im Nachhaltigkeitsbereich aufgebaute Wissen bei Abgängen intern weiter transferiert wird.

 

Externe Partnerschaften ergeben sich leichter, wenn eine bewusste Vernetzung von Wirtschaft und Naturschutz (bestehend aus NGOs, Wissenschaft und Kantonen/dem Bund) passiert. Diese Vernetzung ist nicht ganz problemlos für die NGOs, da sie in Gefahr laufen, gegenüber ihren Spendern Glaubwürdigkeit zu verlieren, wenn gemeinsame Projekte mit Wirtschaftspartner durchgeführt werden. Zwei mögliche Lösungsansätze wurden hier diskutiert:

• Indem die Wirtschaftspartner echtes Engagement zeigen, und zum Beispiel mit ihren Mitarbeitern einen Einsatz in Naturpflege leisten, ergeben sich gute, informelle Kontakte mit NGOs.

• Ein neutraler Vermittler könnte sowohl NGOs als auch Wirtschaftspartner in ein Projekt einbinden.

In Bezug auf den Ethikfilter wurde vorgeschlagen, die Positiv- und Ausschlusskriterien in einzelne, messbare und international anwendbare Indikatoren aufzuteilen. Denn Biodiversität ist zwar sehr schwierig, jedoch nicht unmöglich zu messen. Beispielsweise könnte die Beeinträchti-gung wertvoller Flächen durch Unternehmen mit Hilfe der internationalen Inventare angegangen werden.

 

Umgekehrt wurde in Erwägung gezogen, die wirtschaftlichen Tätigkeiten der Unternehmen in Bezug auf die Biodiversität zu überprüfen indem diese in fördernde, erhaltende und die Biodiversität schädigende Tätigkeiten eingeteilt werden. Diese Einteilung müsste dann mit einem Punktesystem versehen werden. Nun kann festgelegt werden, ab welcher Punktzahl das Unternehmen von der Bank nicht mehr empfohlen wird.

 

Nicht zuletzt auf Niveau der Datenbank müsste der Einfluss auf die Biodiversität in die Nachhaltigkeitsberichte der Unternehmen einfliessen. Es stellt sich hier jedoch die Frage, ob heutige Berichte nicht bereits viel indirekte Information über einen möglichen Biodiversity-Impact besitzten. Eventuell ginge es mehr darum, die im Bericht verstreute Informationen durch Biodiversitäts-Fachleute analysieren zu lassen.

Die Rolle der Wissenschaft sahen die Beteiligten in folgenden Bereichen:

• Als neutralen Vermittler für die Vernetzung von Wirtschaft und Naturschutz;

• indem sie für die Positiv- und Ausschlusskriterien messbare Indikatoren vorschlägt;

• indem sie Nachhaltigkeitsberichte auf Informationen zur Biodiversität überprüft.

 

Discussion Lush Switzerland:

 

Madame Ottinger nous a présenté le produit «Almond & Coconut Smoothie». Le choix de ce savon douche était voulu afin que nous puissions par la suite travailler sur des critères d’amélioration en matière de biodiversité.

Quelques caractéristiques du produits «Almond & Coconut Smoothie»

Ingrédients : 10 substances naturelles, 6 substances chimiques

Production de l’huile de coco: Iles Hinako (Indonésie)

Sans huile de palme (résidu < 1%)

Ylang-ylang : pas de monoculture

Emballage à partir d’un plastique recyclé

 

A partir de cet exemple, nous avons identifié 3 étapes essentielles: production, transformation, commercialisation du produit, en sachant que les modes de transports interviennent à chaque étape.

Voici une série de questions et de remarques soulevées lors de notre atelier:

 

Production

Sur quels critères s’effectue le choix du pays? Le pays choisi a t-il signé la Convention sur la diversité biologique? Quels seraient les conditions géopoliques favorables?

Quelles semences choisir? Quelles sélections? Quelles responsabilités pour quel partenaire?

Sur quels critères s’effectue le choix des producteurs? Comment les faire bénéficier d’une formation continue?

Quel mode de production pour minimiser l’impact sur le sol?

Quels labels? (ex: Rainforest Alliance insiste sur la biodiversité)

Faut-il renoncer aux OGM?

Pourrait-on se passer de matières premières „exotiques“?

Comment garantir une utilisation durable de la ressource „eau“?

 

Transformation

Quel procédé utiliser?

Comment diminuer le rejet de substance toxique?

Quelle source d’énergie utiliser selon le pays? Où peut-on réaliser des économies d’énergie? Les énergies renouvelables sont-elles encouragées?

La transformation du produit se fait-elle à proximité de la production?

Etiquettage compréhensible

 

Commercialisation

Le prix de vente du produit inclut-il un % aux projets biodiversité?

Les magasins (ou points de vente) utilisent-ils du bois FSC, des enduits naturels?

Quel type d’éclairage?

Possibilité donnée aux consommateurs de rapporter les emballages.

La communication autour du produit doit être crédible et honnête.

 

Liste d’éléments à considérer selon les participants

Regrouper les producteurs en coopérative

Davantage de partenariat avec le monde scientifique (HES, Uni afin de mieux intégrer les scientifiques dans le secteur Recherche et Dévoloppement de l’entreprise)

Mettre en place une communication environnementale plus visible. Le consommateur apprécie lorsqu’il est informé : Quels projets soutient la biodiversité? Quel projet soutient l’équité sociale? ...

Privilégier le mode de culture biologique

Entreprise internationale : complexité juridique. Choix de la compétence judiciaire.

Prendre en compte les changements d’habitude des consommateurs

Quelles sont les nouvelles approches économiques émergentes en matière de conservation de la nature?

Quel partage des bénéfices économiques?

Zielgruppe: Konsumentinnen und Konsumenten, Naturschutzorganisationen, angesprochene Branchen, Forschende im Bereich Biodiversität / Consommatrices et consommateurs, organisations de protection de la nature, secteurs économiques concernés, chercheurs dans le dom

Ergebnisse: B7-V Fashion «Out of Africa» – Zukunft dank Ethno-Supply-Chains Fashion «Out of Africa» – l’avenir grâce aux Ethno-Supply-Chains

Schweizerisches Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco)

Secrétariat d’Etat à l’économie (Seco)

Präsentation: Irenka Krone-Germann, Seco; Simone Cipriani, International Trade Center ITC

On the 11th February 2011, the International Trade Centre and SECO coordinated an interactive workshop bringing together various international and Swiss stakeholders such as fashion designers, researchers, NGOS specialized in environment/organic productions and big distributors linked to the market of ethical fashion.

 

The workshop was divided in two activities: two presentations – one by SECO on the future collabora-tion with the ITC and one by the ITC on the Ethical Fashion Programme (EFP), followed by an informal Question & Answer session where participants were invited to address issues and discuss potential future projects.

 

KEY IDEAS DISCUSSED

 

One of the main issues brought up in this session was that of the provision of organic cotton for mass production in Africa. Although many regions in both East and West Africa have the capacity to cultivate organic cotton, most producers lack the resources/equipment to process the raw material and thus the cotton is spun an woven elsewhere (predominantly in Southern Asia). The key stakeholders in this area – NGO’s supporting organic cotton and companies distributing it (e.g. Helvetas) - agreed to ad-dress this in a way that enables African organic cotton producers to sustain themselves in the interna-tional market.

 

The importance of labour standards, environmental requirements, and the rules to be followed in the context of the guidance provided by the ISO 26’000 were also discussed.

 

Furthermore, the workshop resulted in three key meetings with substantial perspectives for the joint SECO-ITC Ethical Fashion Programme with Swiss potential buyers. First discussions took place and ITC presented their overall project.

 

As the key fashion designer Katherine Hamnett participated to the workshop, discussions took as well place on fashion design and the need to focus on ethical trade and trade issues in general.

 

Zielgruppe: Potenzielle Käufer, Retailer, Textildesigner, NGOs, Interessierte, Verwaltungsinstitutionen/ acheteurs potentiels, vendeurs de détails, ONG, personnes intéressées, institutions, institutions administratives

Ergebnisse: B8-V Produkte aus dem Süden zwischen Kommerz und Nachhaltigkeit – Case Study und Lessons Learnt Produit du sud entre commerce et développement durable – études de cas et expérience acquise

WWF Schweiz, WWF Greater Mekong, Coop

WWF Suisse, WWF Greater Mekong, Coop

Präsentation: Christian Rüttimann, Coop; Thibault Ledecq, WWF Greater Mekong; Simone Stammbach, WWF Schweiz

Moderation: Simone Stammbach, WWF Schweiz

Ziel des Workshops: Aufzeigen von Chancen und Herausforderungen beim Aufbau von transparenten Supply Chains von Ländern im Süden in die Schweiz.

 

Coop und der WWF sind eine Partnerschaft im Rahmen des WWF Global Forest & Trade Network eingegangen. Ziele dieser Partnerschaft sind die Förderung von transparenten Supply Chains vom Wald bis an den Verkaufspunkt, von FSC (Forest Stewardship Council) -zertifizierten Produkten sowie von innovativen Projekten, die direkt zu einer Forstzertifizierung in den Tropen führen.

 

Ein Beispiel ist das vom WWF vor rund fünf Jahren in Kambodscha, Laos und Vietnam lancierte Programm für Rattan aus einer umwelt- und sozialverträglichen Waldbewirtschaftung. Zum einen soll der Wald nach den Kriterien des internationalen Gütesiegels FSC bewirtschaftet werden. Zum andern wurden für die Warenproduktion neue Methoden entwickelt, die den UNO-Grundsätzen von «Cleaner Production» entsprechen: Material- und Energieströme werden optimiert, Abfälle, Wasserverschmutzung und Emissionen reduziert.

 

Der Weg aus dem Wald, hin in die Dorfgemeinschaften, weiter zu den Produzenten, dann nach Europa ist ein weiter und komplizierter. Schnelle Lösungen gibt es nicht. Pionierarbeit erfordert Hartnäckigkeit, Überzeugungskraft und eine Vision, dass Wälder trotz grossem Druck erhalten werden können. Die Bedeutung der lokalen Bevölkerung bei der Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen darf nicht unterschätzt werden, dies kam in der Diskussion klar zum Ausdruck: Sie sei der Schlüssel zum Erfolg.

 

Aber nicht nur die Initiative der Dorfgemeinschaften, eine transparente Versorgungskette zu ermöglichen, sondern auch Gesetze und Anreize für einen legalen und nachhaltigen Umgang mit Waldressourcen müssen vorhanden sein. Griffige Gesetze zu erarbeiten ist eine Aufgabe des WWF, eine weitere ist der Aufbau von Partnerschaften mit Firmen, die neue Wege gehen möchten beim Einkauf von Produkten aus dem Süden. Dieser Market-Pull ist absolut notwendig, die Produzenten im Süden für eine nachhaltige Produktion zu gewinnen.

 

Für Coop als Abnehmer von solchen Produkten ist es wichtig, vor Ort Personen zu haben, die die Anforderungen für den europäischen Markt kennen und dementsprechend Produzenten schulen. Diskussionspunkte sind zum Beispiel die Anforderungen an das Design oder an die Qualität der Verarbeitung. Nur so kann ein Knowhow Transfer für die zukünftige Bereitstellung von Produkten funktionieren. Zusätzlich muss sich Coop auf die Anpassung der eigenen Prozesse vorbereiten, denn eine Beschaffung aus solchen Projekten erfordert immer wieder eine hohe Flexibilität. Ziel ist es, nachhaltige Produkte in der Schweiz zu einem marktgerechten Preis zu verkaufen um damit die Einkommen langfristig zu sichern.

 

Weblink: www.panda.org/rattan

 

Zielgruppe: Interessierte/ Toutes personnes intéressées

Ergebnisse: D10-V Wie ernähren wir 9 Milliarden Menschen? Eine kontroverse Diskussion über die Zukunft der globalen Landwirtschaftsketten

Biovision

Präsentation: Dr. Hans Herren, Biovision / Millennium Institute, Co-Chair des Weltagrarberichtes (IAASTD); Dr. Philipp Aerni, Senior Research Fellow, World Trade Institute, Universität Bern; Dr. Juan Gonzalez-Valero, Syngenta; Dominique Kohli, Vizedirektor des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW)

Moderation: Emil Lehmann (früherer Redaktor und Moderator des Tagesgesprächs beim Radio DRS)

An diesem Workshop der Stiftung Biovision diskutierten vier Referenten unter der Leitung von Emil Lehmann (ehemaliger Redaktor Radio DRS) brisante Fragen der Welternährung und der zukünftigen Landwirtschaft. Dr. Hans Rudolf Herren, Schweizer Welternährungspreisträger und Präsident der Stiftung Biovision wies darauf hin, dass heute weltweit durchschnittlich 4'600 kcal Nahrung pro Erdenbürger produziert würden, womit die Versorgung für 9 Milliarden Menschen bereits heute möglich wäre. Das Problem sei aber, dass die Nahrungsmittel nicht zu allen Menschen kämen.

 

Bis hier war das Podium einer Meinung. Deutliche Unterschiede zeigten sich jedoch bei den Strategien, welche die Referenten zur Sicherung der Welternährung vorschlugen.

 

Marc Deschamps CEO der Syngenta Agro AG Schweiz sieht die Lösung etwa im zielgerichteten Einsatz von Agrochemikalien und nicht zuletzt durch die Verwendung von Gentechnologie, welche an die unterschiedlichen Probleme und Bedingungen angepasst werden können. Er wurde unterstützt von Dr. Philipp Aerni, Senior Research Fellow, vom World Trade Institute an der Universität Bern. Aerni plädierte dafür, die ideologischen Grabenkämpfe bezüglich Gentechnik endlich zu überwinden und modernste Agrotechnologie mit den Methoden des biologischen Anbaus zu kombinieren. Damit stiess er im Publikum auf heftige Widerrede und lockte auch Hans Rudolf Herren aus der Reserve. „Wir dürfen die Zukunft der Welternährung niemals in die Hände einiger weniger privater Firmen legen, welche mit patentierten Sorten eine Monopolstellung inne haben“, so Herren. Vielmehr gehe es darum, die über eine Milliarde Kleinbauern, die heute 70 % aller Nahrungsmittel produzierten durch Ausbildung zu fördern, ihre Unabhängigkeit zu bewahren und die Vielfalt an lokalen Sorten zu erhalten. „Wenn wir das ganze System betrachten, ist klar, dass es jetzt grundsätzliche Änderungen in der Landwirtschaft braucht: Weg von der Symptombekämpfung und weg vom Raubbau an der Natur – hin zu einer nachhaltigen Produktion.“ betonte Herren.

 

Die Zwischenposition wurde von Dominique Kohli, Vizedirektor des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW), vertreten. Er sieht die Ursachen für den Hunger in Afrika vor allem in politischen Krisen und in der schlechten Regierungsführung diverser Staaten. Das ändert gemäss Kohli aber nichts daran, dass das Hungerproblem immer wichtiger wird. Für ihn hat die Nahrungsmittelsouveränität der Staaten darum Vorrang. „Dazu müssen die Bauern gesunde Nahrung produzieren und von der Landwirtschaft leben können“, fordert der BLW Vizedirektor.

 

Das Publikum beteiligte sich sehr aktiv an der abschliessenden Diskussions- und Fragerunde. Und eine der aufmerksamen Zuhörerinnen brachte die komplexe und kontroverse Auseinandersetzung wie folgt auf den Punkt: „Die Ernährung von 9 Milliarden Menschen ist kein Produktionsproblem sondern eine Frage der Gerechtigkeit.“

 

Zielgruppe: Fachpersonen aus internationaler Zusammenarbeit, Umwelt- und Naturschutzorganisationen, Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft sowie weitere interessierte Personen

Ergebnisse: D12-V Fisch wird immer knapper. Liefert das MSC-Siegel eine Lösung?

Marine Stewardship Council (MSC)

Präsentation: Mariann Breu, WWF; Marnie Bammert, MSC; Toby Herrlich, fish4future; Urs Weingartner, Coop

Moderation: Marnie Bammert, MSC

Dieser Brennpunkt-Workshop zeigte die wichtigsten Problemfelder der Fischerei auf: Überfischung, hoher Beifang und hohe Rückwürfe, Schäden am Ökosystem sowie Schwächen im Management von Fischereien.

 

Als mögliche Ansätze für Konsumenten, nachhaltige Aspekte beim Fischeinkauf zu berücksichtigen, wurden eine Labelstudie des WWF und das MSC-Siegel vorgestellt.

 

Exemplarisch lernten die Teilnehmer verschiedene MSC-zertifizierte Fischereien und ihre positiven Beiträge zum Schutz der Meeresressourcen kennen. Die praktische Umsetzung einer nachhaltigen Einkaufspolitik wurde von fish4future und Coop beispielhaft erläutert.

 

Eine lebhafte Fragerunde bestätigte das hohe Interesse der Teilnehmer an nachhaltigem Fischfang. Viele Aspekte der Zertifizierung nach MSC-Standard - wie Beifang, Fangquoten oder Kosten einer Bewertung - wurden erklärt und veranschaulicht. Auch Biofisch oder die Herkunft von Tunfisch waren Themen von großem Interesse. Das in der Schweizer Gastronomie fehlende Engagement für nachhaltig gefangenen Fisch wurde analysiert und die Teilnehmer zu einer verstärkten Nachfrage nach zertifziertem nachhaltig gefangenem Fisch aufgerufen.

 

Ergebnisse: D13-N Gartenbau ohne Torf – was ist heute schon möglich?

Pro Natura

Präsentation: Beat Hauenstein, Pro Natura; Ulrich O. Zimmer, Ricoter AG; Emanuel Trueb, Stadtgärtnerei Basel

Moderation: Mirjam Ballmer, Pro Natura

Übersicht und Forderungen von Pro Natura

 

Moore sind seltene Lebensräume mit wichtigen Funktionen für die Biodiversität. Neben Wasser- und Kohlenstoffspeicher sind sie auch wichtiger Bestandteil unserer Landschaft und als Erholungsraum auch touristisch wertvoll.

 

In der Schweiz sind Moore gesetzlich geschützt. Trotzdem zerstört die Schweiz Moore, indem sie für den Gartenbau ca. 150'000 Tonnen Torf pro Jahr aus Osteuropa importiert, was nebst der Lebensraumzerstörung zu Treibhausgasemissionen von knapp 300'000 Tonnen CO2-Äquivalenten führt. Dies belastet die Klima- und Ökobilanz unnötig, denn Alternativen zu Torf wären vorhanden.

 

Torf wird in der Schweiz im Hobbygartenbau (Substrate für Zimmer-, Balkon- und Gartenpflanzen) und im professionellen Gartenbau (Produktion von Nahrungsmitteln, Topfpflanzen, Schnittblumen (häufig „versteckter“ Einsatz in Pflanztöpfen etc.) eingesetzt.

 

Alternativen zum Torf sind vorhanden. Pro Natura fordert deshalb eine Torfausstiegsstrategie, wie sie beispielsweise auch in Grossbritannien durch die Growing Media Initiative erfolgreich angestrebt wird. Diese Initiative hat ihren Ursprung im Biodiversity Action Plan von 1997 und ist auf Druck von Umweltorganisationen zustande gekommen. Sie ist ein Zusammenschluss von Produzenten und Importeuren mit Unterstützung der Regierung mit dem Ziel, in naher Zukunft vollständig auf den Einsatz von Torf zu verzichten.

 

Übersicht Entwicklung torffreier Erden in der Schweiz

 

Die Firma Ricoter nimmt in der Schweiz die führende Rolle in der Produktion torfreduzierter und torffreier Produkte ein. Bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts mischte jeder Gärtner seine eigene Erde. Torf wurde erst danach beigemischt und wurde in den letzten Jahrzehnten aufgrund seiner positiven Eigenschaften immer wichtiger. Seit einigen Jahren zeichnet sich nuneine Umkehr dieses Trends ab.

 

 

 

Weblink: www.pronatura.ch/moore

Zielgruppe: Gärtnereien der öffentlichen Hand, Gartenbauunternehmen, Grossverteiler, zuständige Verwaltung und Entscheidungsträger

Ergebnisse: D13-V Fairer Handel und Natur: Chancen und Herausforderungen der Kleinbauern im Süden in Be-zug auf den Ressourcenschutz

Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) und Coop

Präsentation: Martin Rohner, Max Havelaar-Stiftung; Carlos Vargas, Produzentenvertreter der Kooperative
CaféTarrazú, Costa Rica; André Radlinsky, Coop; Konsumentenvertreter (angefragt)

Moderation: Christoph B. Keller, Schweizer Radio DRS

Immer mehr Labels überfluten den Markt und stehen für grundverschiedene Anforderungen und Bedürfnisse. Das Fairtrade Label, in der Schweiz besser bekannt unter dem Namen Max Havelaar, wird oft als reines Soziallabel verkannt. Dabei verfügt gerade Fairtrade über äusserst umfassende Standards, welche die Handels-, Sozial- und Umweltdimension umfassen.

 

In seiner Präsentation stellt Martin Rohner, Geschäftsleiter der Max Havelaar Stiftung Schweiz, dar, welchen Herausforderungen Fairtrade bei der Einführung seiner Umweltkriterien begegnete, und wie es schliesslich gelang, eine Umweltstrategie zu definieren, die nicht einfach auf den Wunschkatalog von Industrie und Handel im Norden antwortet, sondern vor allem auch den Realitäten der Kleinbauern im Süden entspricht.

 

Carlos Vargas, Finanzmanager der Costa Ricanischen Kaffeekooperative Coopetarrazu und ursprünglich selber Kaffeebauer, stellt auf eindrückliche Weise seine Kooperative sowie die Umweltprojekte vor, die sowohl im Anbau, als auch in der Verarbeitung mit Hilfe der Fairtrade Prämie umgesetzt worden sind. Unter anderem gelang es etwa, den Wasserverbrauch für das Waschen von 1kg Kaffee von 4000 auf 200 Liter zu senken.

 

Carine Boetsch, Labelverantwortliche bei Coop, präsentiert die Erwartungen eines der Nachhaltigkeit verpflichteten grossen Detailhändlers. Aufgrund einer umfassenden Risikoanalyse, u.a. bei Produkten, die von Kleinbauern aus dem Süden stammen, kommt Coop zum Schluss, dass Standardsysteme die Nachhaltigkeit in der landwirtschaftlichen Produktion und Verarbeitung möglichst umfassend fördern sollten. Die Lösung sozialer und ökologischer Probleme bei Kleinbauern beeinflussen sich dabei gegenseitig positiv. Das Fairtrade-System sollte deshalb gleichzeitig und verstärkt auf die Lösung ökologischer Probleme bei den Kleinbauern zielen und dies entsprechend den Konsumentenerwartungen kommunizieren.

 

Josianne Walpen, verantwortlich für die Bereiche Ernährung, Landwirtschaft und Mobilität bei der Stiftung für Konsumentenschutz weist am Beispiel der Bananen auf die Herausforderungen für die Konsumenten hin, die sich in der Labelflut nicht mehr zurechtfinden. Aus diesen Gründen hat die SKS zusammen mit dem WWF Schweiz ein Label-Rating durchgeführt, das bei der Orientierung im Laden helfen soll, jene Labels mit den höchsten Anforderungen ausfindig zu machen. Auch aus Sicht des SKS sind ganzheitliche Labels, die sich in der ganzen Breite der Herausforderungen annehmen, erstrebenswerter, als Labels, die sich einseitig auf das eine oder andere Thema konzentrieren. In diesem Sinne sind die strengen Umweltstandards von Fairtrade begrüssenswert.

 

Weblink: www.maxhavelaar.ch

 

Ergebnisse: D14-N Ohne Öl kein Food

Schweizerische Energie-Stiftung (SES)

Präsentation: Bernhard Piller, SES

Moderation: Sabine von Stockar, SES

Relevante Faktoren für Energieverbrauch bei der Nahrungsmittelherstellung (aus dem Publikum gesammelt):

 

• Transport

• Produktionssystem (Anbau, Ernte)

• Pestizide, Herbizide

• Dünger

• Verpackung

• Lagerung, Kühlung

• Verarbeitung

• Konsum / Kauf, Transport

• Werbung

• Zubereitung/Kochvorgang

 

Welche vier wichtigen Faktoren sind beim Kauf/Konsum zu beachten (in Kombination miteinander)

 

• Herkunft (Regional, Herkunftsdistanz)

• Biologische Produktion

• Saisonalität (Problem der Lagerung, oder des Transports)

• Fleischlose Ernährung, Vegi!

 

Thesenüberprüfung: Peak Oil – Kein Food mehr?

 

• Kurzfristig: Preis ist ausschlaggebend.

• Peak Oil: Chance für Regionalität, aber Problem für Entwicklungs- und

Schwellenländer

• Alternative Lebensmittelproduktion: Frage des Preises: wen betrifft es?

 

Lösungsansätze

 

• Hausgarten – Regionalität – Illusion??

• Urban Farming

• Traditionelle Landwirtschaft

• Ökologischere Landwirtschaft

• Generell regionalerer Konsum

• Reduzierter Fleischkonsum bzw. reduzierter Konsum tierischer Produkte (was Milch , Käse, Eier usw. miteinschliesst)

 

 

Zielgruppe: Personen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft sowie energiepolitisch Interessierte

Ergebnisse: D15-N Landschaften konsumieren – zwischen Bild und Realität

Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL)

Präsentation: Sabine Wolf, Institut für Landschaftsarchitektur, ETH Zürich; Raimund Rodewald,
Geschäftsleiter SL

Hypothese: Waren in den Warenhausregalen lassen sich ohne ästhetische Aufladung kaum verkaufen, gleiches geschieht mit Landschaften. Wenn wir Landschaften zu Erholungszwecken konsumieren, richten wir uns nach „schönen“ Orten. Wir suchen diejenigen Orte bewusst auf, die unseren Vorstellungsbildern davon entsprechen. Solchen Landschaften messen wir auch positive Emotionen und Werte bei, sie werden dadurch zu Schutzgütern. Die fraktalen urbanen Räume (Zwischenstadt) passen nicht in diese Vorstellung hinein, sie werden dadurch „bilderlos“ und entemotionalisiert. Sie erhalten dadurch auch keine besonderen Werte und lassen sich nicht „verkaufen". Gerade dadurch geben wir diesen Landschaften keine Chance zu einer bewussteren Entwicklung.

 

Die klassischen Erlebnismodi von Landschaft

Das Arkadische (Et in Arcadia ego), Das Erhabene, Das Pittoreske, Das Romantische, Das Gefällig-Schöne und nun das Nüchterne.

Diese Vorstellungsbilder sind tradiert und tauchen bei unserer Wahl von Photosujets immer wieder auf. Sie sind der Nährboden unserer Werte. Diese klassischen naturnahen Kulturlandschaften halten noch heute diese Vorstellungsbilder aufrecht.

Das Erlebnis der Nüchternheit gibt einem Grossteil der urbanisierten Schweiz keine Chance für eine ästhetische Aura. Solche Landschaften werden oft umgestaltet, ohne auf die ästhetischen Qualitäten dieser Räume zu achten.

 

Blicklandschaften im urbanen Raum (anhand von 3 Videosequenzen aus dem Raum Zürich)

Auch die nüchternen Landschaften können anders wahrgenommen werden und hoch assoziativ und emotional wirken. Die Bilder unterliegen einer Anpassungsfähigkeit.

 

Diskussion

1. Kann man die nüchternen Räume tatsächlich auch nicht nüchtern wahrnehmen? Sind darin vielleicht gar auch Ansätze des Arkadischen, Erhabenen, Pittoresken und Romantischen erspürbar? Antwort Ja, es ist möglich

2. Sind die bilderlosen Räumen deshalb der weiteren Entwertung unterworfen, weil wir sie nicht als schön wahrnehmen wollen oder können bzw. einfach wegschauen? Antwort: ja, darin liegt eine grosse Gefahr

3. Welche ästhetischen Aufladungen, Bilder und Begriffe können wir solchen Räume zumessen? Was heisst das für die Planung und Gestaltung? Antwort: einige Begriffe wie urbane Parklandschaften wurden eruiert

 

 

 

 

 

Weblink: www.girot.arch.ethz.ch/output-events-general/blicklandschaften.htm

 

Workshopbeschrieb: D11-N Ökobilanzen von Beton und Recyclingbeton: Was ist sinnvoller?

Fachverband der Schweizer Kies- und Betonindustrie (FSKB)

Präsentation: Dr. Arthur Braunschweig, E2 Management Consulting AG

Können wir den künftigen Betonbedarf mit Recyclingbeton aus dem Rückbau abdecken?

Und ist dies ökologisch überhaupt sinnvoll? Zu diesen Frage erstellte die Hochschule Rapperswil für die Holcim (Schweiz) AG eine detaillierte Ökobilanz-Studie. Im Workshop werden die Resultate vorgestellt und die Konsequenzen für private und öffentliche Bauten diskutiert.

Zielgruppe: Interessierte aus Wirtschaft, Baubranche und Privatpersonen

Workshopbeschrieb: D11-V Schweizer Fleisch – Auswirkungen auf Mensch und Umwelt

Erklärung von Bern (EvB), Greenpeace

Präsentation: Andrea Hüsser, EvB; Marianne Künzle, Greenpeace

Immer mehr Soja wird zur Nutztierfütterung importiert. Naturlandschaften werden in Brasilien dafür zerstört, die Bevölkerung vertrieben, Indigene selbst in Naturschutzgebieten vergiftet. Der Konsum tierischer Produkte ist zu hoch. Wie kann der Konsum tierischer Produkte massvoller gestaltet werden? Welche politischen Massnahmen sind denkbar?

 

Weblinks: www.greenpeace.org/switzerland/de/Kampagnen/Landwirtschaft, www.evb.ch/fleisch

 

Zielgruppe: Politik, (Land-)Wirtschaft, Medien, Wissenschaft, Interessierte

Workshopbeschrieb: D12-N (Stadt-)Natur als Konsumgut

Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt, Stadtgärtnerei

Präsentation: Yvonne Aellen, Stadtgärtnerei Basel, Leiterin Grünflächenunterhalt; Stephan Ramin, Stadtgärtnerei Basel, Kant. Fachstelle Pflanzenschutz, Baumsubventionen; Michael Zemp, Stadtgärtnerei Basel, Kant. Fachstelle für Natur-/Landschaftsschutz

Entwicklung der öffentlichen Grünflächen (Yvonne Aellen)

Im Referat wurde die Entwicklung von öffentlichen Grünflächen und die heutige Grünraum- versorgung am Beispiel der Stadt Basel aufgezeigt. Der Anspruch der Gesellschaft auf öf- fentliche Grünflächen wuchs erst vor etwa 150 Jahren. Dabei hinkte die Schaffung von öffentlichen Grünflächen der Stadtentwicklung stets etwas hinten nach. Insbesondere schafften vor allem das Ziel der Stadtverschönerung und der Volksgesundheit Motivation.

Stadtnatur (Michael Zemp) Beträchtlicher Reichtum an Strukturen, ökologischen Nischen und an Arten: engeres Stadt- gebiet Basel rund 700 standortheimische und fest eingebürgerte Gefässpflanzen; auch Rari- täten der Roten Listen.

 

Heutige Grünflächennutzung (Yvonne Aellen)

Während früher Grünflächen vor allem zum Anschauen und Promenieren gebaut wurden, hat sich das Nutzungsverhalten in den letzten paar Jahrzehnten markant geändert. Konsum- verhalten, Freiheitsanspruch, Hemmungslosigkeit prägen das Bild, verursachen grosse Ab- fallmengen und bringen immer wieder neue Nutzungsformen mit sich, die die Stadt ständig vor neue Herausforderungen stellt. In Basel wurde den Trends des Grillierens und der neuen Sportart Slacklining mit klaren Regeln und Aufklärungskampagnen begegnet.

 

Umwelteinflüsse auf Grünflächen (Stephan Ramin)

Es wurden einige ausgewählte Einflussfaktoren auf Grünflächen vorgestellt. Die Bedeutung des Konsumentenverhaltens von Privaten, wenn diese beispielsweise mit Schädlingen infi- ziertes Pflanzenmaterial kaufen, wurde aufgezeigt. Ebenfalls wurde die oft unterschätzte anthropogene Verschleppung von Schädlingen angesprochen und anhand von Verbrei- tungskarten dargestellt. Weiterhin wurden auf die Bedeutung des Klimawandels für die Grünflächen und die dadurch notwenig werdenden neuen Planungsansätze und die Suche nach klimafesten alternativen in der Pflanzenauswahl diskutiert.

 

Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt Stadtgärtnerei

Zum planerischen und praktischen Umgang mit Stadtnatur (Michael Zemp)

Chancen:

• Potential für den ökologischen Ausgleich bedeutend

• Gegenstand für Unterricht und Forschung

• In der Pflege oft wenig aufwändig, technisch zum Teil anspruchsvoll

 

Probleme:

• Gesetzliche Bedingungen zu wenig bekannt (Erhalt, Wiederherstellung, Ersatz; ökolo- gischer Ausgleich). Gelegentlich wird technischer Umweltschutz gegen Natur aus- gespielt

• Von ‚Natur‘ bestehen stark divergierende Bilder. Oder sie wird schlicht nicht wahrgenommen

• Kenntnisse der Ökologie bisweilen dürftig. ‚Machbarkeiten‘ werden überschätzt, Probleme nicht ernst genommen

Zielgruppe: Fachpublikum, Bevölkerung

Workshopbeschrieb: D14-V Natur- und kulturnaher Tourismus: Rettet der «grüne Lifestyle» die ländlichen Regionen oder behindert er eine nachhaltige Entwicklung?

Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), Institut Umwelt und Natürliche Ressourcen (IUNR), Fachstelle Tourismus und Nachhaltige Entwicklung

Präsentation: Urs Wohler, Direktor Engadin Scuol Tourismus AG; Stefan Forster, ZHAW und Fachstelle Tourismus und Nachhaltige Entwicklung

Moderation: Stefan Forster, ZHAW und Fachstelle Tourismus und Nachhaltige Entwicklung

Entwicklungen, Zusammenhänge und Bedeutung des «grünen Lifestyles» im

Freizeit- und Tourismusbereich aufzeigen, Chancen und Risiken diskutieren (fokussiert auf intakte Natur- und Kulturräume, Parkregionen, allgemeinen ländlichen Raum) sowie die touristischen Zusammenhänge und die gesellschaftspolitischen Differenzen zwischen den urbanen Quell- und den ländlichen Zielregionen diskutieren.

 

 

Weblink: www.iunr.zhaw.ch/tne

 

Zielgruppe: Regionalentwickler, Parkprojektverantwortliche, Vertreter von Bund und Kanton, Interessengruppen, NGOs

Workshopbeschrieb: F4-N Wissen, was ich kaufe : Transparenz im Alltag mit drei Pionieren - Savoir ce que j'achète, la transparence au quotidien avec 3 pionniers.

Association NiceFuture & Switcher

Präsentation: Robin Cornelius, CEO Switcher; Barbara Steudler, CEO NiceFuture; Frederic Mauch, CEO Bio Apply

Moderation: Vincent Girardin

Nous pouvons mesurer les attentes du consommateur en termes de transparence "Le baromètre du développement durable", Nice Future.

Switcher propose une transparence et la traçabilité de ses produits via l'ini-tiative respect-code.org.

L'entreprise Bio Apply illustre concrètement ces procédés.

 

Wir können die Erwartungen der Konsumenten in Bezug auf Transparenz messen "Das Barometer der nachhaltigen Entwicklung", Nice Future.

Switcher bietet eineTransparenz und Rückverfolgbarkeit mit Ihre Initiative respect-code.org.

Das Unternehmen Bio Apply illustriert konkret ihre Prozesse.

 

 

Zielgruppe: Tous les acteurs intéressés par la consommation durable

Workshopbeschrieb: F5-N Comment réduire son impact sur le climat et encourager les changements au sein de sa collectivité?

LaRevueDurable

Präsentation: Sylvia Generoso, LaRevueDurable

L’atelier présente «Le climat entre nos mains», projet pratique et constructif pour réduire son impact sur le climat et motiver son entourage, témoigne des expériences positives pour stimuler l’élan collectif, et invite les participants à la discussion.

 

Zielgruppe: Grand public, élus, animateurs, collectivités publiques, administrations, associations